Symposiumsbericht: Der Medizinische Videofilm

CHIRURGIE (Unfall- / Hand- / Urologie)
1. Sitzung: Hertz, H., Maier, U.

Die Handgelenksarthroskopie - ein Ausbildungs- und Trainingsmodell
(Clement, H., Grechenig, W. - Graz)
Die Handgelenksarthroskopie ist eine herausfordernde und lohnende OP-Technik, vor allem in der Traumatologie. Intraarticuläre Frakturen sowie z.B. karpale Bandinstabilitäten und Frakturen von Handwurzelknochen der proximalen Reihe können unter arthroskopischer Sicht möglichst ideal reponiert und percutan versorgt werden.
Notwendig dazu jedoch ist, eine ausreichende Kenntnis der Anatomie des Handgelenkes unter arthroskopischer Sicht sowie einige Übung bei der Reposition von dislozierten Fragmenten.
Um mit optimalen Voraussetzungen dieses Ziel zu erreichen, haben wir folgendes Modell entwickelt:
1.) Triangulierübungen unter Sicht an einem speziell dafür präparierten Leichengelenk zur Einprägung der räumlichen Aufteilung und Zuordnung anatomischer Strukturen
2.) Training an der Kunststoffhand, an der durch auswechselbare Einzelteile Frakturen und Bandinstabilitäten simmuliert werden und deren Versorgung trainiert werden kann
3.) Unter nun mehr möglichst realistischen Bedingungen wird unter Anleitung eines erfahrenen Operateurs die Handgelenksarthroskopie unter ähnlichen Bedingungen wie unter Punkt 2 durchgeführt, bis schließlich
4.) Die Fraktur oder Bandversorgung am Patienten erfolgt.
Dieses aufbauende Modell bietet auch dem erfahrenen Chirurgen Trainingsmöglichkeiten für seltene Techniken bzw. ausgefallene Operationsroutinen im Bereich der Handgelenksarthroskopie.

Stellenwert und Möglichkeiten der Handgelenksarthroskopie beim ulnocarpalen Impingement
(Grechenig, W., Clement, H., Fellinger, M. - Graz)
Beim ulnocarpalen Komplex, der in der angloamerikanischen Sprache als triangularfibrokartilager Komplex bezeichnet wird, handelt es sich um einen Komplex bestehend aus mehreren Strukturen (dem Discus articularis, den Ligamenta radioulnarea palmare et dorsale, dem Meniscus ulnocarpalis, dem Ligamentum collaterale ulnare und der Vagina tendinis musculi extensoris carpi ulnaris).
Bei Beschwerden, hervorgerufen durch degenerative Läsionen des Diskus und lokaler Synovialitis können Eingriffe am TFCC erfolgen. Diese umfassen ein lokales Debridement, eine Refixation traumatischer Desinsertionen sowie partielle Diskusentfernungen. Diese Eingriffe sind arthroskopisch durchführbar.
Bei Patienten mit nachgewiesener degenerativer Diskusperforation und Ulnavorschub kann eine arthroskopische Waffle-Procedure (Scheibchenresektion) durchgeführt werden, wobei mit der Fräse vom Radiocarpalgelenk aus durch die Diskusperforation die distalen 1-2mm des Ulnaköpfchens entfernt werden können, wodurch eine Druckentlastung des ulnocarpalen Gelenkbereiches resultiert.
Bei lokaler Synovialitis kann ein Debridement mit dem Shaver oder mit dem Laser unter besonderer Berücksichtigung des Processus praestyloideus hilfreich sein.

Was ist ein SLAC-Wrist?
(Peter, M., Steinmetz, W.-G. - Würzburg/D)
Der Videofilm zeigt Entstehung, Formen und klinische Beispiele des karpalen Zusammenbruchs, der in der angloamerikanischen Literatur als SLAC-Wrist bezeichnet wird. Die Veränderung des karpalen Gefüges durch eine skapholunäre Dissoziation oder eine Skaphoidpseudarthrose führt zu mechanischen Fehlbelastungen, die sich in ausgeprägten degenerativen Abnützungserscheinungen niederschlagen.
Über Jahre können diese nach nicht diagnostizierten Verletzungen symptomlos bleiben, bis sie schließlich den Patienten aufgrund der schmerzhaften Bewegungseinschränkung in die Klinik führen. Wie ein karpaler Kollaps entsteht, wird erklärt.
Welche unterschiedlichen Formen sich aufgrund der Lokalisation der Arthrosen unterscheiden lassen, wird anschließend dargestellt. Klinische Beispiele mit radiologischem, computertomographischem und arthroskopischem Bild runden den Videofilm ab.

Die STT-Fusion - Technik und klinische Beispiele
(Peter, M., Steinmetz, W.-G., Eitzen, P.v., Keller, H.P. - Würzburg/D)
Die Aufrichtung und Versteifung der radialen Säule im Bereich der Handwurzel hält den beginnenden karpalen Kollaps wie er bei skapholunären Bandverletzungen oder einer Lunatummalazie entsteht auf. Der Videofilm behandelt die Operationstechnik der STT-Fusion, der Arthrodese zwischen Skaphoid, Trapezium und Trapezoideum. Die Darstellung der einzelnen Operationsschritte wird durch ergänzende klinische Beispiele abgerundet bei denen die STT-Arthrodese zur Anwendung kam.

Die arthroskopisch assistierte Kahnbeinverschraubung
(Grechenig, W., Clement, H., Fellinger, M. - Graz)
Besonders bei Frakturen am Übergang mittleres proximales Kahnbeindrittel kann die Verschraubung von dorsal durch die sichere Positionierung des Schraubenkopfes im kleinen proximalen Fragment von Vorteil sein.
Unter Bildwandlerkontrolle in 2 Ebenen und direkter arthroskopischer Sicht (Standardzugang portal 3/4, Instrumentenzugang radial 6) kann die Kahnbeinfraktur dargestellt werden und die schrittweise Osteosynthese unter direkter Sicht durchgeführt werden.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit der Diagnostik von Zusatzverletzungen (Knorpel, SL-Band, ulnocarpaler Bandkomplex) und der sicheren subchondralen Plazierung des Schraubenkopfes.

Die arthroskopisch assistierte Frakturversorgung bei distaler intraarticulärer Radiusfraktur
(Grechenig, W., Clement, H., Fellinger, M. - Graz)
Am Handgelenksextensionstisch und unter BW-Kontrolle können intraarticuläre distale Radiusfrakturen unter direkter arthroskopischer Sicht reponiert und minimal-invasiv (Spickdrähte, Gewindespickdrähte, Lochschrauben) versorgt werden.
Neben der sicheren Beurteilung der Reposition der Gelenksflächen bietet vor allem die Diagnostik von Zusatzverletzungen wie: Diskusverletzungen, Knorpelflakes, scapholunäre Bandverletzungen und Instabilitäten einen wichtigen Vorteil.
In den meisten Fällen erfolgt die Handgelenksarthroskopie über einen Standardzugang portal 3/4 und den Instrumentenzugang radial 6 unter Verwendung des Handgelenksextensionstisches und einer Pumpe. Zum lokalen Debridement ist meistens ein Shaver oder Laser erforderlich.

Effizienz zervikaler Orthesen in der Notfallmedizin
(Schuster, R., Machold, W., Euteneier, A., Kolonja, A.,Mader, N. - Wien)
Ziel dieses Videos ist es, die Wirksamkeit von Halswirbelsäulenorthesen hinsichtlich des Immobilisierungsgrades zu untersuchen. Bei Verdacht auf Halswirbelsäulenverletzungen sollte zur Vermeidung von Sekundärschäden noch in der präklinischen Versorgungsphase eine Orthese angelegt werden.
Die Effizienz dieser Maßnahme hängt jedoch wesentlich vom tatsächlich erreichten Immobilisierungsgrad ab. Eine insuffiziente Orthese kann keine ausreichende Schutzfunktion ausüben und vermittelt nur falsche Sicherheit.
Die derzeit auf dem Markt befindlichen Orthesen unterscheiden sich wesentlich in ihrer Konstruktion und Funktionsweise. Die Wirksamkeit einiger Orthesen erscheint äußerst fraglich. Es wurden verschiedene gebräuchliche Orthesen-Modelle miteinander verglichen.
Eine Probandin versuchte bei liegender Orthese die Halswirbelsäule in der Frontalebene mit subjektiv gleichbleibendem Kraftaufwand durchzubewegen. Die Dokumentation des maximal möglichen Bewegungsausmaßes erfolgte unter Bildwandlerkontrolle. In endlagiger Extension und Flexion wurden jeweils die sagittale Achse des ersten Halswirbels und der Deckplatte des sechsten Halswirbels ermittelt. Das Bewegungsausmaß wurde anhand der Änderungen des Winkels zwischen diesen beiden Bezugspunkten bestimmt.
Während formstabile Orthesen, die sich auf Mandibula, Hinterhaupt und Schulternackendreieck abstützen eine Einschränkung der Beweglichkeit auf 10 bis 24 Grad erzielen, erlauben Orthesen ohne dieses Abstützungsprinzip eine Beweglichkeit von 46 bis 54 Grad. Ebenso wurde demonstriert, dass eine nicht passende oder schlecht angelegte Orthese den Immobilisierungsgrad vermindert.

Die operative Behandlung von Speichenfrakturen mit Bohrdrähten und Fixateur extern
(Pezzei, Ch., Leixnering, M. - Wien) - und -
Der proximale Femurnagel
(Hertz, H., Pezzei, Ch. - Wien)
Beide Videos beschreiben sehr eindrucksvoll die operativen Techniken und alle Schritte der Behandlung im Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus. Besonders bestechend ist die Qualität der Aufnahmen.
Primarius Hintringer und Oberarzt Leixnering haben die Fa. Hilei-Video schon vor vielen Jahren gegründet und besitzen professionelle Kameras und Schneidegeräte. Sie sind auch gerne bereit für Jedermann Videos aufzunehmen und zu gestalten. Da Geräte für ein Profi-Studio einen hohen Preis haben dürfen aber die Auftraggeber nicht erwarten, dass so eine Auftrags-Produktion billig ist.

Die neuroprotektive Corporoplastik nach Yachia bei kongenitaler Penisdeviation
(Schramek, P., Bliem, F., Hütter, M. - Wien)
Die kongenitale Penisdeviation wird typischerweise bei Männern zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr diagnostiziert und einer Therapie zugeführt.
Auffallend sind im nicht erigierten Zustand relativ lange Corpora cavernosa und im erigiertem Zustand eine 30- bis 60-grädige ventrale Penisdeviation. Anders als bei der erworbenen dorsalen Penisdeviation verläuft die angeborene Verkrümmung in einem weiten Bogen.
In dem 20-minütigem Video werden die gerade bei der ventralen Penisdeviation wichtigen neuroprotektiven Operationsschritte vorgegeführt:
Nach Längsspaltung der Buckschen Fascie werden die beiden Arteriae dorsalis Penis und beide dorsalen Nervenbündel präpariert und angezügelt. Anschließend werden bds. paramedian Längsincisionen in der Tunica albuginea durchgeführt und quer mittels atraumatischer fortlaufender Prolene-Naht mit versenkter Knotentechnik verschlossen.
Aufgrund der weit-bogigen Deviation müssen noch zwei weitere Incisionen und Nähte im Abstand von ca. 3 cm gesetzt werden.
Die Abschließende artefizielle Erektion zeigt eine vollkommene Begradigung des Penis. Diese auch als "short-urethra" oder "Hypospadia sine Hypospadia" bezeichnete Erkrankung kann nur durch die operative Therapie behandelt werden. Für eine erfolgreiche Operation ist die Schonung des neurovaskulären penilen Bündels unbedingte Voraussetzung.

Chirurgische Behandlung des Morbus Peyronie - vom Nesbil bis zur "penilen disassembly" Technik
(Basting, R.F., Djakovic, N., Antwerpen, Ch. - Altötting/D)
Das Vollbild der Induratio Penis Plastika zeichnet sich durch eine schmerzhafte Erektion und Impotenz, vor allem aber durch die Penisdeformierung aus. Diese Deformitäten haben eine große Spannbreite, von milden bis hin zu grotesken Penisdeviationen, mit Penisverkrümmungen über 100 Grad. Wegen der Variabilität dieser Deformierungen besteht auch eine große Spannbreite der sie korrigierenden chirurgischen Techniken.
Wir präsentieren einen Film der vom einfachen Nesbit bis zum "penilen disassembly" reicht. Kleine Kurvaturen können mit einfachen Plikationstechniken begradigt werden. Hier spielt eine Penisverkürzung die durch die Korrektur entsteht keine große Rolle, da die Plikationsnähte nahe beieinander sind. Bei mittelgradigen Penisverkrümmungen (ca. 40 Grad) würde jedoch eine Plikationstechnik den Penis signifikant verkürzen. In diesem Fall führen wir eine Plaqueinzision mit "grafting" durch. Um eine Graftprotrusion zu verhindern, werden die "grafts" mit dem neurovaskulären Bündel bedeckt. Dieser Technik sind kleinere und mittlere Kurvaturen im mittleren Schaftdrittel zugänglich.
Selektionierte Fälle (Kurvaturen unter der Eichel, Uhrglas- und Posthornphänomen) sind jedoch nur nach dem penilen disassembly, wo der Penis in seine Einzelteile zerlegt wird, zugänglich. Nachdem die Schwellkörper komplett von der Glanskappe mit dem neurovasculären Bündel und der Harnröhre befreit sind, wird der Plaque, abhängig von seiner Ausbreitung und Eindringtiefe in den Schwellkörper, mit dem Shaver, YAG Laser und/oder "grafting", behandelt. Der Penis wird dann wieder anatomiegerecht und komplett korrigiert zusammengesetzt.
Unser Film beinhaltet die komplette Penischirurgie, von Operationstechniken die einfachere Peniskrümmungen korrigieren, bis hin zum "penilen disassembly", der potenzerhaltende, den Penis nicht verkürzende Korrekturen zulässt. Mit der "penilen disassembly" Technik sind uns vollkommen neue Perspektiven in der Penischirurgie eröffnet.

Endoskopische Anwendung des Holmium Yag Laser in der Urologie
(Maier, U., Kozak, W. - Wien)
Der Holmium Yag Laser findet in der Urologie Anwendung bei Urethrastrikturen, Prostataoperationen, Uretertumoren, Nierenbeckentumoren sowie zur Zertrümmerung von Harnsteinen in jeder Lokalisation. Die Vorteile liegen vor allem in der narbenfreien Abheilung nach Schlitzung von Harnröhrenstrikturen, in der blutleeren Operation von Prostatavergrößerungen und in der leichten Zerstörung von nicht infiltrierenden Tumoren des Harnleiters bzw. Nierenbeckens, ebenfalls ohne nachfolgende Strikturierung. Mit dem Holmium Yag Laser steht auch das potenteste Mittel zur Zertrümmerung von sehr harten Harnsteinen zur Verfügung. Es werden die Erfahrungen der Abteilung in diesem Indikationsgebiet vorgestellt.

Ultracision bei laparoskopischer Nierenzystenabtragung
(Feil, W., Kozak, W., Maier, U. - Wien)
Bei einer Patientin mit multiplen Nierenzysten wurde versucht transperitoneal laparoskopisch mit der Ultracision eine Reduktion der Zysten zu erreichen, wobei dies an allen zugänglichen Stellen gelungen ist.