Symposiumsbericht: Der Medizinische Videofilm

GASTROENTEROLOGIE und HEPATOLOGIE
1.Sitzung: Brownstone E., Schöfl R.

Ösophagusstents (NOVACEK, G. - Wien)

Ösophagusstents werden zur Palliation bei Patienten mit Ösophagusmalignom und stenosebedingter Dysphagie eingesetzt. Das Video zeigt verschiedene Stentmodelle und wie sie plaziert werden.

1.Teil. Vorstellung wesentlicher Teile des Equipments: Savary-Bougies zur Dilatation der Stenose. Vorstellen von 6 verschiedenen Stents: 1. Ungecoater Ultraflexstent, 2. Gecoateter Ultraflexstent, 3. Gianturco-Stent (Z-Stent), 4. Choo-Stent, 5. Gecoateter Wallstent, 6. Endocoil; sowie Verlängerungsstent für den Giaturco-Stent. Demonstration der Röntgenlage.

2.Teil. Demonstration der Plazierung von Stents in den Ösophagus: Zur Veranschaulichung dient eine durchsichtige Kunststoffröhre, in welche die Stents gesetzt werden. Legen eines Führungsdrahtes, Bougierung mit Savary-Bougie und Setzen von Stents. Exemplarisch werden ein gecoateter Ultraflexstent, ein Giaturco-Stent (Z-Stents), ein gecoateter Wallstent und ein Endocoil vorgeführt.

3. Teil. Demonstration von Ösophagusstents beim Patienten: 1. Setzen eines ungecoateten Ultraflexstents unter Gastroskopiekontrolle. Kontrollgastroskopie 2 Monate nach Setzen des Stents. 2. Röntgenologische Darstellung eines Stents bei einem Patienten mit Ösophaguskarzinom: Legen eines Führungsdrahtes, Bougierung, Markierung des oberen und unteren Endes der Stenose, Setzen eines gecoateten Wallstents, Kontrolle mit Kontrastmittel zum Ausschluss einer Perforation. Ein Schluckröntgen wird 4 Tage später gemacht.

Diagnose und Therapie des gastrointestinalen Frühkarzinoms (OESTERREICHER, CH. - Wien)

Dieses Video erläutert viele Möglichkeiten von Diagnosen und verschiedenen Therapien von gastrointestinalen Karzinomen. Es war sehr ausführlich, wurde aber als sehr langatmig empfunden. Es zeigt auch Komplikationen und auch eine Perforation.

Transgastrische Pseudozystendrainage (PFEFFEL, F. - Krems)

Diese zwei Filme handeln über Drainagen von Tumoren, welche schließlich gutartige Pseudozysten waren.

Ösophagusvarizenblutung (HÄFNER, M. Wien)

Die erste Publikation zur Behandlung der Ösophagusvarizenblutung mittels Sklerosierung erschien bereits 1939; die Methode konnte sich aber erst nach der Einführung der Fiberendoskope in den 60er Jahren durchsetzen. Die Sklerosierungstherapie war lange Zeit die Therapie der Wahl zur notfallmäßigen Blutstillung wie auch zur elektiven Eradikation von Ösophagusvarizen. Die Gummibandligatur wurde erstmals 1988 als Alternative zu dieser eingeführten Behandlung vorgestellt. Mehrere Studien ergaben, dass die Bandligatur eine höhere Eradikationsrate von Varizen bei gleichzeitig weniger notwendigen Sitzungen hat. Weiters ist das Risiko einer interventionsbedingten Komplikation (Sklerosierungsulcus) geringer. Es zeigte sich allerdings, dass die Häufigkeit des Wiederauftretens von Varizen nach der Sklerosierungstherapie geringer ist.

Eine der Gumminbandligatur ähnliche Methode ist der Einsatz sogenannter "Endoloops". Eine kürzlich veröffentlichte Arbeit zur notfallmäßigen Therapie der Varizenblutung kommt zu dem Schluss, dass "Endoloops" ein einfaches und sicheres Verfahren darstellen. Allerdings werden weitere Studien mit größeren Fallzahlen und längerer Follow-up Periode notwendig sein. Zusätzlich zur etablierten Indikation bei der Therapie der Ösophagusvarizen wurden beide Methoden in letzter Zeit auch vermehrt zur Behandlung von Fundusvarizen verwendet. Die "state of the art" Therapie dieser Komplikation der Leberzirrhose ist aber nach wie vor die Klebung mittels Histoacryl. Die Methode zeigte sich der Sklerotherapie weit überlegen, sodass heute deren Einsatz bei der Therapie von Fundusvarizen kontraindiziert ist. Die Verwendung der Gummibandligatur in dieser Indikation ist das Thema einiger rezenter Arbeiten mit positiver Konklusion. Allerdings kann der routinemäßige Einsatz dieser Methode heute noch nicht empfohlen werden.

Drainagetechniken bei ERCP (SCHÖFL, R. - Wien)

Der mechanische Verschlussikterus war lange Zeit eine absolute Indikation zu einem chirurgischen Eingriff. Durch die Entwicklung von Duodenoskopen und von Schnitttechniken an der Papilla Vateri gewann man einen wenig invasiven Zugang für die Diagnostik und für therapeutische Interventionen am Gallengang und Pankreasgang. Wir stellen die Indikation und Durchführung der Steinextraktion, der nasalen Ablaufsonden, der Plastikstentimplantation und der Metallstentimplantation dar. Mit diesen endoskopischen Verfahren können heute 95% der Gallengangssteine entfernt und mehr als 90% der Tumorstenosen erfolgreich palliativ abgeleitet werden. Benigne Stenosen des Gallengangs und Bauchspeicheldrüsengangs profitieren von der Einlage einer Plastikprothese.

Postoperative Fisteln und Abszesse heilen durch endoskopische Drainageverfahren in den allermeisten Fällen aus. Pankreaspseudozysten können erfolgreich und mit niederer Rezidivrate in Magen oder Duodenum abgeleitet werden. Die Komplikationsrate des endoskopischen Verfahrens liegt deutlich unter jenen der altemativen operativen oder perkutan transhepatischen Eingriffe.

Ascariasis der Gallenwege (WURZER, H., BRANDSTÄTTER, G. - Graz)

Man sieht einen Fallbericht über eine 34jährige einheimische Patientin, die wegen rechts-seitiger Oberbauchkoliken und Brechreiz stationär aufgenommen wurde. 7 Jahre zuvor wurde wegen Cholecystolithiasis eine Cholecystektomie durchgeführt.

Wegen der Verdachtsdiagnose Choledocholithiasis wird eine ERCP veranlasst. Dabei findet sich in den Gallenwegen ein ca. 18cm langer lebender Ascaris lumbricoides. Dieser wird mit einer Polypektomieschlinge extrahiert. Der Infektions- und Lebenszyklus der Askariden wird kurz wiederholt.

Laparoskopische Implantation von Peritonealdialysekathetern (APSNER, R. Ä. - Wien)

In dem zwölfminütigen Video wird die an unserer Abteilung entwickelte Technik der laparoskopischen Implantation von Peritonealdialysekathetern vorgeführt. Zielpublikum sind Dialyseärzte denen eine alternative Methode zur klassischen Implantation mittels Laparotomie nahe gebracht werden soll, aber auch Chirurgen, die an minimal invasiven Techniken interessiert sind. Der Operationsablauf wird vom Hautschnitt bis zur Naht so beschrieben, dass jeder Schritt nachvollziehbar ist. Die wichtigsten Arbeitsschritte werden eingehend erklärt.

Simulatoren für Endoskopieausbildung (SCHÖFL, R. - Wien)

Das Erlernen der gastrointestinalen Endoskopie und der damit verbundenen therapeutischen Techniken war bisher nur durch Zusehen und erste Versuche sofort an Patienten unter Supervision eines Erfahrenen möglich. Die Verlagerung der ersten Endoskopien weg vom Patienten an einen Simulator ist wünschenswert. Nachbildungen des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts aus Kunststoff sind bereits seit mehreren Jahren erhältlich; ihre Nachteile sind die unrealistischen mechanischen Eigenschaften und das fehlende Ansprechen auf Luftinsufflation oder Absaugen. Außerdem steht das eine Modell in Kontrast zu den vielen Variationsmöglichkeiten der menschlichen Natur. Die Kombination einer Kunststoffschale mit Rollerpumpe und Schweineorganen (Ösophagus-Magen-Duodenum - Paket; Dickdarm - Paket; Oberbauchpräparation mit Leber, Gallenwegen, Magen und Duodenum etc.) stellt eine viel realistischere Simulation dar. (EASIE - Erlanger Ausbildungssimulator für Interventionelle Endoskopie nach J. Hochberger). Durch den Einbau von Gefäßstümpfen in die Magenwand, die durch die Rollerpumpe mit rot eingefärbtem Wasser pulsierend durchströmt werden, können Blutungen äußerst realistisch nachgeahmt und ihre endoskopische Behandlung trainiert werden. Daneben sind Polypektomie- und Mukosektomietechniken sowie ERCP-Techniken gut simulierbar. Das Modell stellt heute das in der Praxis am besten funktionierende Übungsgerät dar. Die Zukunft gehört allerdings elektronischen Simulatoren, welche die Handhabung des Endoskops und des Zubehörs in elektronische Bilder übersetzen und den Benutzer in eine virtuelle Realität eintauchen lassen. Erste Geräte haben soeben Marktreife erlangt.