Symposiumsbericht: Der Medizinische Videofilm

GYNÄKOLOGISCHE ENDOSKOPIE
3. Sitzung: LANG, P., GRÜNBERGER, W.

Die hysteroskopische Embryoskopie in Ergänzung zur Ultraschalldiagnostik in der pränatalen Medizin (SCHOLLER, J., PHILIPP, T., HAFNER, E., PHILIPP, K. - Wien)

Zwischen der Schwangerschaftswoche 10 + O und 13 + 0 erfolgt, im Rahmen des Downsyndromscreenings eine Ultraschalluntersuchung zur Messung der Nackendicke (nuchal translucency). In Fällen von nicht lebensfähigen Missbildungen, oder in weiterer Folge bei schweren genetischen Defekten, oder bei missed Abortion wird der geplanten Curettage eine hysteroskopische Embryoskopie in gleicher Sitzung vorangestellt. Die endoskopische Begutachtung des Embryos hilft uns nicht nur bei der Bestätigung sonographisch auffälliger Malformationen, sondern liefert uns oft noch zusätzliche Befunde hinsichtlich embryonaler Fehlbildungen.

Hysteroskopie vor Entleerung des Cavum uteri bei komplexen Fehlbildungssyndromen (DÖRFLER, D., ULM, M. - Wien)

Ziel des Filmes ist es, anhand von 2 Fällen, die Möglichkeiten der Bilddokumentation von Missbildungen mittels US und videounterstützter Hysteroskopie zu zeigen. Bei dem ersten Fall handelt es sich um eine 17a Patientin in der 11/12 SSW. Im 2D-US zeigte sich ein Fetus mit Hygroma colli, Perikarderguss und dem hochgradigen Verdacht auf eine schwere Skelettdysplasie.
Im 3D-US konnte der Verdacht auf eine Skelettdysplasie weiter erhärtet werden. Aufgrund der infausten Prognose wurde eine Hysteroskopie mit anschließender Saugkürettage/Nachkürettage in typischer Weise durchgeführt. In der Hysteroskopie zeigten sich beim Fetus deutlich verkürzte fünfstrahlig angelegte Extremitäten, eine deutliche Makroglossie und ein im Verhältnis zu großer Gehirnschädel. Im Fall 2 handelt es sich um eine 27a Patientin in der SSW 14+3 mit im US festgestelltem Hygroma colli, fetalem Aszites und auffälligem Gesichtsprofil. Eine anschließend durchgeführte genetische Abklärung mittels Chorionzottenbiopsie ergab eine Trisomie 9 Gruppe C.
Die ursprüngliche Therapie mittels Einleitung durch Prostaglandin mußte nach vier Tagen abgebrochen werden. Danach wurde wie im Fall 1 vorgegangen. Hysteroskopisch zeigte sich eine beidseitige Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit Makroglossie. Der restliche Teil des Fetus war unauffällig. Ziel dieser Form der Bilddokumentation ist es, Frauen die als Therapie eine Einleitung wegen Missbildung des Kindes benötigen, diese zu ersparen und trotzdem eine genaue Bilddokumentation der Missbildung zu bekommen. Wir hoffen dadurch auch die Dauer des stationären Aufenthaltes zu reduzieren. Ebenso ist es möglich eine Biopsie vom Kind im Rahmen der Hysteroskopie zur weiteren genetischen Abklärung zu entnehmen.

Neues von der endoskopischen Industrie (GRÜNBERGER, W., HUBER, M., GRIN, W. - Wien)

In diesem Video werden folgende neue endoskopische Instrumente und Möglichkeiten zur Adhäsionsprophylaxe im Einsatz gezeigt.
Liga Sure - Fa: Vallelab - Tycon
Duplocath - Fa: Baxter - Immuno
Nadelhalter - Fa: Ethicon
Nadelhalter - Fa: Endounique
Bicoag cutting Forceps - Fa: Everest Medical
Intergel - Fa: Ethicon
Tachycomb - Fa: Ethicon
Space or - Fa: Ethicon

Laparoskopische Exzision einer paracolischen Zyste (LANG, P. - Graz)

Präsentiert wird eine 34 jährige Patientin, welche erstmalig im Rahmen einer Abdominalsonographie 1994 mit einer Zyste am caudalen Pol der rechten Niere evident wurde. Im Computertomogramm 1997 wurde diese Cyste als in erster Linie einer Nierenzyste entsprechend zugeordnet. In einem zweiten Computertomogramm 1999 sprach man sich für eine intraperitoneal gelegene zystische Laesion, in erster Linie einer Ovarialzyste entsprechend aus. Die im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung durchgeführten Vaginalsonographie ergab einen unauffälligen vaginalen und gynäkologischen Palpationsbefund. Im Rahmen des abdominellen Palpationsbefundes war eine prall-elastische Resistenz im rechten Mittelbauch tastbar.
Die darauf durchgeführte Laparoskopie zeigte eine Retroperitonealzyste paracolisch rechts, welche schrittweise und ohne Ruptur der Zyste endoskopisch excidiert wurde. Die definitive Histologie ergab ein mucinöses Zystadenofibrom ohne Malignitätszeichen. Das Video präsentiert den laparoskopischen Zugangsweg sowie die einzelnen Schritte der retroperitoniellen Zystenausschälung.

Exstirpation eines großen Tu labii (DEIX, R. - Zwettl)

Kasuistik: Exstirpation einer soliden, knapp 5kg schweren, weichteildichten Raumforderung des Labium majus dext. bei einer 61-jährigen Patientin, welche den Tumor seit einem Jahr beobachtet. In den letzten sechs Monaten kam es zu einer raschen Größenzunahme des Tumors. Histologie: Fibrom ohne Hinweis auf Malignität.

Die konservative laparoskopische Myomenucleation (WENZL, R. - Wien)

Die laparoskopische konservative Myomenukleation wird mit zunehmender Frequenz von Frauen gewünscht, die einen aktuellen oder latenten Kinderwunsch haben. Aber auch bei abgeschlossener Familienplanung wünschen Patientinnen vermehrt lediglich die Entfernung von Myomknoten bei Belassung des Uterus. Die Vorteile einer laparoskopischen Operation gegenüber einem offenen Verfahren liegen in dem besseren kosmetischen Resultat sowie in der geringeren postoperativen Belastung (Schmerzen, Mobilisierung, Arbeitsaufnahme, etc.).

Dieses Video zeigt die entscheidenden operativen Schritte einer konservativen Myomenukleation. Es handelt sich um eine 38jährige Frau mit einem singulären, 6 cm im Durchmesser haltenden Myom. Die Operationsindikation ist eine Größenzunahme gegenüber der Voruntersuchung. Bei der Patientin liegt ein latenter Kinderwunsch vor.

Nach diagnostischer Laparoskopie mit Visualisierung des intramuralen Fundusmyoms links wird eine typische Enukleation mittel Ultraschalldissektor angeschlossen. Die operativen Schritte umfassen:

Unterspritzung des Myoms mit NaCl zur Aquadissektion, Spalten der darüberliegenden Myometriumschichte bis zum Myom, Enukleation durch Spalten bis in das Myom, Absetzen desselben vom Uterus, bipolare Koagulation des Wundbettes, Wundverschlusses mit PDS 2.0 Einzelknopf und versenkten Knoten (Adhäsionsprophylaxe), Morcellement des Myoms zur Bergung nach Aufdehnen des rechten suprasymphysären Einstiches auf 15 mm, Spülung des Abdominalraumes.

Das Operationsdatum ist 09/1998, die Operatioszeit beträgt 58 Minuten, der postoperative Verlauf ist komplikationslos. Die regelmäßigen Kontrollen beim Facharzt sind o.B.

Sakrale Hysteropexie (KECKSTEIN, J., KANDOLF, O., PACHER, D. - Villach)

Kollege Pacher interpretierte das Video und stand auch in der Diskussion Rede und Antwort.