Michael Reiter

Videoschnitt mobil

Videoschnitt mit dem Computer ist mittlerweile in aller Munde. So auch in unserem Amateur Film- und Video-Club. Zunächst denkt meistens eigentlich jeder nur an seinen PC daheim. Laptops oder Notebooks sind aber immer mehr im Vormarsch; sie sind mobil, handlich und benötigen wenig Platz. Warum sollte man sie also nicht auch beim Schneiden von Videos einsetzen? Als mich einige Clubkollegen darauf ansprachen, begann ich sofort mit dem Testen. Ich erprobte einen Sony VAIO, ein IBM und ein Compaq Laptop.

Als erstes möchte ich die dazu nötigen Voraussetzungen aufzählen:

  1. Der Bildschirm sollte mindestens 13,3" (bei 1024 x 768 Pixel) Diagonale haben und ein TFT (schneller Bildaufbau) vorhanden sein, um damit augenschonend arbeiten zu können.
  2. Als Prozessor muss zumindest ein Pentium II, oder besser ein Pentium III zur Verfügung stehen, um bei den Berechnungen und bei der Aufnahme/Ausgabe vom Zuspieler /Recorder nicht unliebsame Überraschungen zu erleben.
  3. Die Festplatte darf nicht zu klein sein, muss 9 12 GB haben, denn sie muss das Betriebssystem, die Schnittsoftware und idealer Weise auch etliche Zeitmenge an Videomaterial speichern können.
  4. Firewire, iLink, oder IEEE-1394 Schnittstelle.
  5. Eine zusätzliche Festplatte.

Zu Firewire, iLink, oder IEEE-1394 Schnittstelle am Laptop kann man auf zwei Arten gelangen: Die VAIO Laptops von Sony haben diese Schnittstelle schon eingebaut.

Aber auch fast alle anderen Laptops können mittels einer scheckkartengroßen Steckkarte mit dieser Schnittstelle nachgerüstet werden. Sie müssen lediglich CardBus kompatibel sein, was ein Standard bei Erweiterungskarten für Laptops ist.
An diese Schnittstelle können Digitalkameras und was ganz wichtig ist, externe Festplatten mit 30 GB 46 GB oder mehr und andere Firewire-kompatiblen Geräte angeschlossen werden.

Diese externen Platten sind nötig, da sie erheblich mehr Platz bieten und günstiger als Notebook-Festplatten sind. Leider sind solche Platten in Österreich noch nicht bei allen Händlern zu finden. Da die Herstellerfirmen fast alle Vertretungen innerhalb der EU haben, ist die Beschaffung aber möglich. Aus Übersee geht es meist schneller. Genaue Informationen dazu sind aber fast nur im Internet zu bekommen.
Wenn die obigen Punkte erfüllt sind, geht es noch um die Auswahl der Schnittsoftware. Mit Sony VAIOs wird entweder Adobe Premiere mitgeliefert oder man kann es zusätzlich erwerben.
Den Firewirekarten, die zur Nachrüstung der anderen Laptops benötigt werden, ist ein Schnittprogramm beigepackt (Ulead Video Studio, Ulead Media Studio 6, MGI Videowave meist als light Version).

Um den fertigen Film aus dem Latop wieder auf DV-Band zu spielen, ist entweder ein Recorder oder eine Kamera mit Recorderfunktion nötig. Die meisten Kameras, die im Auslieferungszustand keine Recorderfunktion besitzen, können mit Hilfe von Soft- bzw. Hardware freigeschalten werden. Das Ergebnis des Vergleichs zwischen Laptop und Desktop bezüglich Schnittmöglichkeiten und Geschwindigkeit ist beinahe ident.

Trotzdem empfehle ich dem Neuling, sich in einem Club umzuhören oder sich an einen Händler zu wenden. Die Kosten für Laptop und notwendige Zusatzausstattung sind doch erheblich höher als für vergleichbare Stand-PC Ausrüstung und die Enttäuschung ist erheblich größer, wenn der mobile Schnitt nicht gelingen will.
Nach kurzer Einschulung und Einarbeitung steht der Durchführung eines mobilen Videoschnittes auch unterwegs, nichts mehr im Weg.

(Foto-Medico dankt Herrn Michael Reiter vom AFC 21 für diesen interessanten Beitrag)