Helmut Heiss

Bessere Übersicht beim Videoschnitt

Bis jetzt hat man beim Videoschnitt am PC immer mit einem möglichst großen Monitor gearbeitet. Diese Monitore sind ja nicht gerade billig und brauchen enorm viel Platz.
Besonders in der Tiefe ist deren Ausdehnung sehr groß. Einen Platz, den ich in meiner kleinen Wohnung einfach nicht habe. Mein Video-Arbeitsplatz wurde seinerzeit für einen 15 Zoll-Monitor ausgelegt.

In der Höhe fehlt bei mir der Platz, aber nicht in der Breite. Außerdem habe ich gefunden, dass ich auch einen 17 Zoll-Monitor ohne Fuß gerade noch gut belüftet unterbringen kann.

Nachdem im Profibereich immer wieder Arbeitsplätze gezeigt werden, die über zwei Computer-Monitore und einen Video-Monitor verfügen, versuchte ich dies auch im Amateurbereich zu realisieren.

Für zwei solcher, gar nicht so teuren 17 Zöller hatte ich auch den notwendigen Platz. Ein Versuch konnte also gestartet werden.

Voraussetzung ist natürlich eine sogenannte DUAL-HEAD-Grafikkarte mit der zwei Monitore angesteuert werden können.

Diese fand ich in einer Matrox G400 Dual-Head, die inzwischen aber schon von einer 450er Variante abgelöst wurde.

Nach der richtigen Konfiguration konnte nun die Arbeit mit zwei Monitoren beginnen. Für die Aufteilung der einzelnen Fenster in Premiere hat man nun genau den Platz, den man braucht.

Ich halte die Zwei-Monitor-Lösung sogar wesentlich übersichtlicher als die Lösung mit einem großen Monitor. Natürlich kann sich jeder die Aufteilung nach seinen eigenen Wünschen zusammenstellen, aber damit Sie, werte Leser, auf den Geschmack für diese Arbeitsweise kommen, habe ich Ihnen meine Aufteilung von Adobe Premiere 5,1c als Beispiel gebracht.

Der rechte Monitor zeigt den Navigator über die ganze Bildbreite und darunter das Schnittfenster, welches die Videospuren 1A, 1B, 2 und 3 enthält und 6 geöffnete Tonspuren, wovon zwei den O-Ton, zwei für Musik (wegen der Überblendungen), eine für den Kommentar und eine für die Atmosphäre vorgesehen sind.
Der linke Monitor enthält das Projektfenster mit einem zusätzlich geöffneten Unterverzeichnis (bei mir ist es die Musik), das Monitorfenster und die geöffneten Übergangseffekte. Neben dem linken PC-Monitor befindet sich noch ein kleiner guter Fernseher als Video-Monitor. In dieser Form macht der Videoschnitt ganz einfach noch mehr Spaß, weil man die derzeit beste Übersichtsmöglichkeit bei der Filmbearbeitung hat.

Wenn man weitersucht, findet man auch, dass sich eine ganze Reihe von Anwendungen mit zwei Monitoren besser verwenden lassen. Wer unter Platzmangel in der Tiefe leidet und einen Ausweg mit den neuen Flachmonitoren sucht, den möchte ich nur aufmerksam machen, dass diese Monitore derzeit noch nicht in der Lage sind, das Videobild einwandfrei zu bringen. Da ist der Fernseher neben den Bearbeitungsschirmen ein absolutes MUSS!

Für die Überlassung dieser Arbeit und Bilder dankt FOTO-MEDICO dem Autor Herrn Helmut Heiss, Hersteller und Chefredakteur der Filmpresse, dem Mitteilungsblatt des Verbandes Österreichischer Film- und Videoamateure (VÖFA, Postfach 616, A-1011 Wien).