Der Medizinische Videofilm - 4. Sitzung

GYNÄKOLOGIE

HUBER, M., GRöNBERGER, W.,

GHAREHBAGHI, K. - Wien
Uterine Blutung/Hysteroskopie
Blutungsstörungen sind die häufigste Ursache für gynäkologische Konsultationen. Bis zu 70% aller Frauen in der Perimenopause kommen wegen abnormen Blutungen zum Gynäkologen. Rezidivierende Blutungen müssen exakt abgeklärt und einer individuellen Therapie zugeführt werden. Die Ursachen sind entweder organischer Natur, wie Myome, Polypen oder Hyperplasien bzw. Atrophie oder man spricht nach Ausschluss derselben von dysfunktionellen Blutungsstörungen. Methoden der Wahl zur Diagnostik abnormer uteriner Blutungen sind: Vaginale Sonographie, Sonohysterographie, fraktionierte Curettage und diagnostische Hysteroskopie und gezielte Probeexcision. Die letztgenannte Methode bietet eine Sensitivität von 100% für Karzinome, von 96% für Myome und Polypen. Geringe Sensitivität von 45% für Hyperplasie, sowie insgesamt eine Spezifität von 80-90%, in Kombination mit einer Biopsie nahezu 100%.

GRöNBERGER, W., REITER, R. - Wien
Exstirpation eines 40 kg schweren Kystoms
Die Patientin war viele Jahre bei keinem Facharzt zur gynäkologischen Kontrolle, obwohl der Bauchumfang immer mehr zunahm. Dabei war die Patientin nicht etwa am Land lebend. Nein, so etwas kann sogar in einer Großstadt vorkommen. Nach eineinhalb Jahren wurde durch das Größenwachstum des Tumors die Atemnot so groß, dass sie doch ein Krankenhaus aufsuchen musste. Problematisch war natürlich die Narkose. Die Intubation wurde in sitzender Schräglage durchgeführt. Man war auch über die Gutartigkeit dieses schnell wachsenden Ovarial-Tumors im Zweifel. Nach Abpunktion von 18 Litern Zysteninhalt wurde der Borderleintumor entfernt. Von einer Lymphknotenexstirpation nahm man Abstand, um die Narkosedauer zu verkürzen. Es wurde aber der Patientin empfohlen in 6 Wochen eine Chemotherapie durchführen zu lassen. Nach Rücksprache mit den Chirurgen wurde auch von einer Exstirpation der überdehnten Bauchhaut Abstand genommen. Man war überrascht, dass sich die Haut relativ gut wieder zurückbildete.

MASETTI, W., STATTMANN, H., KECKSTEIN, J. - Villach
Endometriosis genitalis externa mit Ureterbeteiligung laparoskopisches Vorgehen
Dieses Video zeigte mehrere endoskopische Eingriffe um Ureterstenosen durch Endometriosen zu beheben. Bei einem Fall wurde wegen Ureterperforation eine Laparotomie nötig. Beim letzten Eingriff wurde eine Engstelle im Ureter exstirpiert und eine schräge Anastomose angelegt.

HUBER, M., GRöNBERGER, W. - Wien
Endoskopische Tumorektomie bei einem achtjährigen Mädchen mit Miniset
Dieses Video beweist, dass man auch mit 3mm Instrumenten hervorragende Bilder erhält und gut endoskopisch operieren kann. Ein Punktionsversuch gilt heute als obsolet, da es sich meist um Teratome handelt. Egal ob der Tumor solid oder polyzystisch ist, es ist die Indikation zur operativen Entfernung gegeben.

FEIL, W., SCHOLLER, J. - Wien
Die laparoskopische Resektion der rezidivierenden Beckenendometriose mit dem harmonischen Skalpell
Die rektovaginale Endometriose ist häufig für Schmerzen, insbesondere Dyspareunien in der Tiefe, verantwortlich. Wenngleich mit der medikamentösen Therapie eine Schmerzreduktion erreicht werden kann, ist die chirurgische Entfernung bei entsprechendem Leidensdruck anzustreben.
Kasuistiken: In Videoclips, die von 8 Operationen zusammengestellt wurden, wird die Technik der laparoskopischen Resektion von pelvinen Endometrioseherden mit und ohne Resektion von Darm (Rektum) und Ureterolyse gezeigt.
Technik: Für die Laparoskopie wurden ein 511er Port umbilikal und je ein 355er Port links und rechts im Unterbauch und eine 30-Grad-Optik verwendet. Die gesamte Präparation wurde mit der UltraCision 5mm B5 oder C5 Schere durchgeführt.

Diskussion: Die laparoskopische Resektion von Endometrioseherden erfolgt meist mit dem HF-Kauter oder dem Laser. Diese Operationsverfahren sind mit einem beträchtlichen Komplikationsrisiko belastet: Vor allem Gewebeschädigung (z.B. am Ovar) durch die lokal extrem hohen Temperaturen und Läsionen an intestinalen Hohlorganen mit zweizeitiger Perforation durch Kriechströme werden berichtet. Diese Gefahren lassen sich durch die Verwendung des harmonischen Skalpells (UltraCision) vermeiden. Die Funktion des harmonischen Skalpells basiert auf der lokalen Applikation von Ultraschall. Elektrischer Stromfluß am oder im Patienten findet nicht statt. Die Gewebetemperatur während der Applikation ist im Vergleich zum HF-Kauter und/oder Laser (bis 400<198> C) wesentlicher niedriger (37<198> C bis max. 100<198> C).

Schlussfolgerung: Die laparoskopische Resektion einer rektovaginalen Endometriose ist mit dem harmonischen Ultraschall-Skalpell (UltraCision) ohne elektrisches und thermisches Komplikationsrisiko möglich.
Chirurgische Abteilung, Donauspital Wien, 1220 Wien, Langobardenstrasse 122
E-Mail: wfeil@aon.at

VAN TROTSENBURG, M. - Wien
Laparoskopische Hysterektomie bei Transsexualismus
Dieses Video demonstriert die Operationstechnik. Seit 1988 wurden vom Autor, der nicht anwesend war, 27 Patienten operiert. Dabei wurden weniger Frauen zum Mann gewandelt als umgekehrt. Diese ärztlichen Eingriffe sind gesetzlich geregelt. Vor der Operation wird 6 Monate lang ein "Real live test" durch Verabreichung der entsprechenden Hormone des anderen Geschlechts gemacht und dann erst, wenn es vom Patient weiter gewünscht wird, darf der Eingriff vorgenommen werden.

GRIN, W., GRöNBERGER, W. - Wien
Kiwi - ein neues Einmalgerät zur Vakuumextraktion
Diese Video stellt ein kleines Gerät vor, welches steril in einer Kunststofftasche eingeschweißt ist und zur Vakuumextraktion im Kreissaal und auch auswärts bei Hausgeburten eingesetzt werden kann. Durch eine handliche Pumpe zur Einhandbedienung kann ein Unterdruck von 0,7 bis 0,8 bar erzeugt werden, der auch einfach wieder aufhebbar ist. Der Preis des Gerätes soll ca. 500.- ATS betragen.

NIEDNER, W. - Moers
Korrektur der tuberösen Mamma
Dieses Video aus Deutschland führt die Operationstechnik von asymetrischen Mammas bei jungen Mädchen vor. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass nach der Operation das Stillen voll möglich sein soll. In der Diskussion wird festgestellt, dass es schwierig ist die jungen Patientinnen zu überzeugen, dass man möglichst spät operieren soll, möglichst erst dann, wenn das Größenwachstum der Mamma abgeschlossen ist. Es geschieht nicht selten, dass erst 15jährige unbedingt eine Korrektur wünschen.

PEINTINGER, F., REITSAMER, R., PISWANGER, C., BERGER, E. - Bruck/Mur / Salzburg / Graz
Die Sexualität der Frau nach gynäkologischen Malignomen
Ein mittels Computeranimation dargestellter dreidimensionaler weiblicher Körper zeigt die organischen Veränderungen, die während des Sexualzyklus stattfinden. Die Ursachen der Karzinomentstehung, die Manifestation und die operative Behandlung von gynäkologischen Malignomen werden am selben Modell gezeigt. Die Beeinträchtigung der weiblichen Sexualität und die Lösungen, die dieser Problematik gegeben werden können um die "gesunde Sexualität" nach der WHO Definition zu erreichen, bilden den zentralen Teil dieses Filmes.
Korrespondenzanschrift: Dr. Florentia Peintinger, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der LKH Bruck/Mur und Leoben, LKH Bruck/Mur, Tragösserstr.1, 8600 Bruck/Mur
E-Mail : zytoflo@aol.com