Der Medizinische Videofilm

Foto-Medico veröffentlicht von den gezeigten Videos alle Abstracts, die es rechtzeitig erhalten hat. Zwei Videos möchten wir hervorheben, die wir besonders bemerkenswert gefunden haben. Das erste Video ist von SOS-Körper, das als Kassette und auch als CD erhältlich ist. Das zweite Video erklärt wie man bei Patienten mit Stupor eine Behandlung durchführen kann.

TILSCHER, H. - Wien
Die Kraft im Rücken
Zur Prävention - unter dem Motto "Dein Körper braucht Dich ein Leben lang" sollen Initiativen gesetzt werden, um den Österreicher aufzuklären, wie schädlich Bewegungsmängel, falsche Ernährung und auch anderes Fehlverhalten für seinen Körper sein können. Es wird ihm gezeigt, wie er aus Eigeninitiative etwas für sein Wohlbefinden tun kann und wie er es auch richtig macht.

Besonderen Wert gelegt wird im Rahmen der Aktion auf die Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates, speziell der Wirbelsäule, die als Ursachen für Krankenstandsfälle und Frühpensionen an erster Stelle stehen.
Alarmierende Zahlen gibt es bei den Erwerbsunfähigkeitspensionen, Krankenstandsfällen und -tagen sowie bei den Spitalsfällen und -tagen. 1999 wurden in Österreich insgesamt 39,659.174 Krankenstandstage in Anspruch genommen. 8,391.174 Tage stammen alle von Patienten mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Seit 1986 ist die Zahl der auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurückzuführenden Krankenstandstage um rund 50 Prozent gestiegen. Außerdem waren es im Jahre 1999 - diese Krankheitsgruppe betreffend - 41,46% der Neuzugänge an Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit in Österreich.
Aus dem vorliegenden Zahlenmaterial vergangener Jahre geht eine deutlich steigende Tendenz dieser Erkrankungen hervor. Es scheint somit der Medizin mit ihren modernsten diagnostischen und therapeutischen Methoden nicht möglich, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.
In Berücksichtigung der polifaktoriellen Genese, speziell von Wirbelsäulen-Störungen, scheint es von großer Bedeutung zu sein, möglichst frühzeitig, d.h. schon im Kindes- und Jugendalter, später bei Menschen, die bereits an Wirbelsäulenbeschwerden gelitten haben und bei chronisch rezidivierenden Erkrankten entsprechende Auflagen zu schaffen, um die Entstehung (Primärprävention), das Rezidiv (Sekundärprävention) oder die Verschlechterung (Tertiärprävention) zu verhindern.

TILSCHER, H. - Wien
Rücken ohne Tücken
Herr Prof. Tilscher stellt unter diesem Titel seine CD-ROM und seine Videokassette vor, die von allen Interessenten erworben werden können. (Preise: CD-ROM ....349.- ATS - 25,36 EURO ohne Versandkosten; VIDEO....349.- ATS - 25,36 EURO ohne Versandkosten. Bestellungen an: SOS Körper, Speisingerstr.109, 1134 Wien, Tel.: 8022188; Fax: 80182-285)
Zielgruppe: Alle Menschen, die viel am Computer sitzen und trotzdem gesund bleiben wollen; aber auch alle, die bereits erste Verspannungen oder gar Schmerzen spüren und etwas dagegen machen möchten. Interessant sind CD und Videokassette auch für Ärzte, Therapeuten, Pädagogen, Kindergärtnerinnen, Studenten, Wellnesstrainer, etc.
Der Inhalt umfasst 4 große Themenbereiche:

1.) Die Wirbelsäulenschule
Alles Wissenswerte über die Wirbelsäule im Alltag (für alle Altersstufen); Informationen über Krankheitsbilder, Zahlen und Statistiken, Psyche, Kinderturnprogramm mit 16 öbungsbeispielen, sowie Tipps, Hinweise, Ratschläge etc.

2.) Übungen am Arbeitsplatz
Elf Regionen mit insgesamt 65 öbungen vom Kopf bis zu den Füßen, einschließlich öbungen für die Augen und öbungen zur Entspannung; es gibt auch Informationen, worauf beim Einrichten des Arbeitsplatzes zu achten ist (Ergonomie am Arbeitsplatz).

3.) Übungen für zu Hause
18 öbungen im Liegen um einige Muskelgruppen noch gezielter zu trainieren.

4.) Anatomie
Kenntnisse über die Wirbelsäule in vielen Bildern und Texten, Darstellung der Knochen, Muskeln, Nerven etc. Ein Lexikon erläutert lateinische und deutsche Begriffe. Alle Übungen sind in Bild, Sprache und Schrift. Sie können auch ausgedruckt werden.
Die Videokassette mit gleichem Titel ist für Personen gedacht, die keinen PC sondern nur einen Videorekorder besitzen.

LYTWYN H., SADOWSKI L-T., TSCHETSCH V. - Graz
Die "Sensolinguistische" Therapie nach Sadowski

A) Die Idee und die praktische Anwendung der "Sensolinguistischen" Therapie:

An der Psychiatrischen Univ. Klinik/ LKH-Graz wird seit 5 Jahren eine neue Therapie zur Belebung der psychiatrischen Patienten probeweise angewandt: Die "Sensolinguistische" Therapie. Sie bringt eine Kommunikation zwischen dem Patienten und den Therapeuten auch dort, wo keine verbale Kommunikation möglich ist, zu stande. Frau Mag. Sadowski, die als Logopädin an der Univ. Klinik für Psychiatrie/ LKH-Graz arbeitet, hat bei ihrer Tätigkeit als Logopädin eine Behandlungsmethode für völlig zurückgezogene und in der Wahrnehmung eingeschränkte Patienten entwickelt. Mit Hilfe des von ihr konzipierten und entwickelten Wahrnehmungstrainingsgeräts "Sensotherm" im Rahmen der "Sensolinguistischen" Therapie gelang ihr über basale Empfindungen (Wärme, Berührung, Stimme und Atmung) auf nonverbalem Weg einen besseren Zugang zu diesen Patienten zu finden und hat damit erstaunlich gute Erfolge. Im Folgenden wird die "Sensolinguistische" Therapie näher beschrieben. Die Therapie besteht aus 3 grundlegenden Phasen:

I. Phase: "Wärme-Therapie": Der Patient lernt in dieser Wahrnehmungs-Phase:

a) Zu empfinden (Wärme über speziell aufgelegte Wärmekissen des Wahrnehmungstrainingsgeräts zu spüren, Rhythmus und verschiedene akustische Musikgeräusche vom Gerät bewusst aufzunehmen).
b) Den eigenen Körper wahrzunehmen (bestimmte Atemzonen bewusst zu empfinden und Körperberührung zu spüren).
c) Die eigene Atemtätigkeit bewusst wahrzunehmen und zu vertiefen wie auch rhythmisch unter Anweisung atmen zu lernen.
d) Aus der Ausatmungsluft die eigene Stimme ebenfalls unter Anweisung zu entwickeln und sie bewusst (über einen Kopfhörer) wahrzunehmen.
Durch diese körperliche Selbsterfahrung in der ersten Phase wird es dem Patienten ermöglicht einen besseren und bewussteren Zugang zu sich selbst im Sinne von: "Ich höre mich, ich lebe, ich bin da, ich kann mich äußern, ich kann mich stimmlich äußern" zu finden.

II. "Ich-selbst Erfahrungs-Phase: Die "Stimm-Therapie":

a) Mit Hilfe der Sensotherm-Programme des Wahrnehmungstrainingsgeräts hört der Patient seine eigene Stimme durch verschiedene selbstgesprochene Töne in einer "verbesserten" Form. Nach Bedarf wird die Stimme stärker, lauter, tiefer oder höher mit dem Gerät eingestellt und ihm vorgespielt. Auch durch die Einspielung verschiedener Klangeffekte wie Hall, Echo oder Nachschwingen der eigenen Stimme können unterschiedliche akustische Räume für die Stimmgebung erzeugt und therapeutisch genutzt werden.
b) Der Patient lernt bewusst über Kopfhörer seine eigene Stimme zu hören und kann auf sie besser eingehen und diese je nach Bedarf unter Anleitung entsprechend bearbeiten. So bekommt das Stimmzentrum im Gehirn ein gutes Stimmmuster präsentiert, welches sich mit der Zeit in diesem Zentrum festlegt und schließlich als normal empfunden und gespeichert wird.
c) Auch ein differenziertes Hörtraining mit unterschiedlichen Klängen und Geräuschen kann mit dem Patienten durchgeführt werden.
So wird in dieser Phase das eigene "Ich" als stimmlicher Ausdruck gefördert und bestärkt.

III. "Sprech-Therapie" oder "ich und du" Kommunikations-Phase:

a) Der Patient lernt die selbsterzeugten Töne in Worte umzuwandeln.
b) Eigene Worte werden in das Mikrofon gesprochen und diese über Kopfhörer des Wahrnehmungstrainingsgeräts gehört und mit einem vorgegebenen Rhythmus, Echo oder mit einer akustisch verzögerten Zuspielung der eigenen gesprochenen Worte koordiniert.
c) Der Patient kann auch bewusst über Einspielung akustischer Störgeräusche des Wahrnehmungstrainingsgeräts mit der Sprache so umzugehen lernen, dass er von anderen durch ein Lauter- und Deutlicherwerden seiner Stimme gut hörbar wird. d) Ein eigenes Stimmerfahrungstraining für Sprechberufe: Lehrer, Politiker, Pfarrer usw. ist ebenfalls möglich. Auch für Patienten, die stottern oder Sprechangst haben, kann ein eigenes Programm durchgeführt werden.
e) Die Möglichkeit einer Selbsterfahrung mit der Singstimme für Sänger ist mit dem Programm auch gegeben.
Die dritte Phase der "Sensolinguistischen" Therapie kann einerseits für psychisch Kranke als Vorbereitung für eine weiterführende Psychotherapie, wo die Sprache das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen dem Patienten und dem Therapeuten darstellt, dienen. Sie kann aber andrerseits auch als Hilfe für Menschen mit verschiedenen sprachlichen Problemen durch die richtige Handhabung der eigenen gesprochenen Sprache in den verschiedensten beruflichen Bereichen erfolgreich eingesetzt werden.

Der theoretische Hintergrund dieser Therapie baut sich auf folgende Annahmen auf:
Die erste Therapie-Phase "Wärme" suggeriert die Vernetzung der ersten (pränatalen Lebensphase) mit dem beginnenden selbständigen Leben nach der Geburt. Diese Phase könnte man auch als sinnliches Feedback bezeichnen. Dem Patienten werden die Empfindungen von Wärme, Rhythmus (Herzschlag) und über verschiedene Töne der Musik (Verdauungsgeräusche) aus der noch ungeborenen Phase, wo er sich um nichts sorgen musste, nahegebracht. Die technische Unterstützung mit dem Wahrnehmungstraingsgeräts "Sensotherm" dient somit durch das Bewusstmachen dieser Empfindungen als Stimulation zur Förderung einer Regression beim Patienten. Im Verlauf der weiteren Therapiephasen soll durch das Erlernen einer bestimmten Atemtechnik und dem Einsatz des Wahrnehmungstraingsgeräts (Kopfhörer- und Mikrophoneinsatz), durch Sprechen eigener Wörter wie auch durch das Hören der eigenen Sprache und verschiedener akustischer Reize eine bewusstere Wahrnehmung der eigenen Stimme, eine Abnahme der Regression und eine Zunahme der Selbstständigkeit erzielt werden, die eine Verbesserung der sprachlichen Kommunikation ermöglichen soll und nach Bedarf durch ein weiteres spezifisches Training der Sprache, diese für einen erfolgreichen beruflichen Einsatz oder einer weiterführenden Psychotherapie als Vorbereitung eingesetzt werden.

Die praktische Anwendung der "Sensolinguistischen" Therapie ist bei verschiedensten psychischen Beschwerden möglich.
Diese Therapie versucht beispielsweise den gemoppten, erschöpften, depressiven, schlafgestörten oder ängstlichen Menschen dahingehend zu stärken, das er sich von seinen Symptomen allmählich zu lösen beginnt und er wieder aktiver am Leben teilnimmt.

Sie bereitet auch Patienten, die sich in einem stuporösen Zustand befinden, gut vor, um an anderen Psychotherapien in Zukunft besser teilhaben zu können, da sie nach Beendigung der "Sensolinguistischen" Therapie besser zu sich selbst, ihren Worten und Worten des Psychotherapeuten folgen, ihn verbal dadurch besser verstehen und danach entsprechend handlungsfähiger werden können.

Mit dieser Therapie kann man auch gezielte Atem-, Stimm- und Sprechübungen machen, was für den Bereich der Logopädie und Phoniatrie sehr große Bedeutung hat.
Frau Mag. Sadowski hat in der Entwicklung dieser Therapie von den Ärzten, Psychologen, Therapeuten, Pflegern und anderem Klinikpersonal eine große Fachhilfe der psychiatrischen Klinik in Graz bekommen. Durch die therapeutischen Erfolge unterstützt der stellvertretende Klinikvorstand der Univ. Klinik für Psychiatrie in Graz Herr Univ.-Prof.Dr.G.Bertha, nicht nur die Therapie selbst, aber auch die Versuche, die Wirkung dieser Methode wissenschaftlich zu überprüfen.

Da diese von den psychiatrischen Patienten berichteten Erfolge bisher noch nicht objektiv erfasst worden sind, wird zur Zeit eine klinisch-psychologische Studie von Frau Dr. Helene Lytwyn, Frau Mag. Veronika Tschetsch und Frau Mag. Lilla-Teresa Sadowski durchgeführt. Diese wissenschaftliche Untersuchung dient zur öberprüfung der Wirksamkeit des Wahrnehmungstrainingsgeräts "Sensotherm" bei gesunden Personen auf das allgemeine psychische und physische Befinden und auch auf die Art der Stressverarbeitung im Verlauf der Behandlung. Die Ergebnisse der gesunden Personengruppe sollten letztlich als Richtwert für weitere Untersuchungen mit dem Gerät "Sensotherm" im Rahmen dieser Therapie als Vergleich zu verschiedenen psychiatrischen Patientengruppen dienen.

B) Angaben zum Videofilm:

Herr Helmut Strunz der Firma Strunz-Film sicherte das Filmmaterial und konzipierte nach seinen Gesichtspunkten als Regisseur die Gestaltung des Videos. Wie es bei einer Videogestaltung üblich ist, wurde zuerst die Musik angelegt und dann die Bilder mit dem dazugehörigen Originalton (öbersetzung von Deutsch auf Englisch) auf das Masterband übertragen. Die korrekte Darstellung der Therapie war sehr schwierig, da man auf die Erfordernisse einer möglichst genauen und medizinisch richtigen Darstellung der Therapie Rücksicht nehmen musste und andererseits aber auch die therapeutische lockere entspannende Atmosphäre und die richtige Anwendung des Gerätes gut wiedergeben wollte. Die Rolle der Patienten übernahmen private Laiendarsteller weil aus ethischen Gründen und um die Anonymität der psychiatrischen Patienten der Klinik zu wahren, diese für das Video nicht herangezogen wurden.
Wir wollen Herrn Prim.Prof.Dr. W. Grünberger, dem Organisator des Symposium "Der Medizinische Videofilm" für die Einladung und Präsentationsmöglichkeit danken.
Die "Sensolinguistische" Therapie ist schon der zweite Videofilm der Psychiatrischen Univ. Klinik/ LKH-Graz, den wir in FOTO-MEDICO präsentieren dürfen. Im Jahr 1996 hat unser Film: "Stimme-Stimmung" beim Video-Wettbewerb von FOTO-MEDICO den zweiten Preis gewonnen!

Wir wollen uns bei den Sponsoren für die Beiträge zur Realisierung dieses Filmes bedanken: Hypo-Bank, National-Bank, Versicherungsgesellschaft Uniqua und dem Verein zur Förderung der Wissenschaft an der Psychiatrischen Klinik in Graz.
(Es gibt Video-Versionen in englisch, Format VHS-C, WMS englisch PAL, NTSC, WMS deutsch PAL.)
Alle Rückfragen bitte per E-Mail an: helene.lytwyn@kfunigraz.ac.at