Vorsitz: FORTELNY, R.
FORTELNY, R., KUX, M. - Wien
Lokalanästhesie in der offenen Leistenhernienchirurgie
Die fortwährende Entwicklung der Leistenhernienchirurgie, ausgelöst durch die Einführung neuer "tension free" Techniken, führte konsekutiv auch zu einem verstärkten Kostenbewusstsein bei zunehmend eingeschränkten Resourcen.
Als ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderer "tension free" Techniken wie TAPP und TEP, erwies sich die Möglichkeit einer kosten- und patientenfreundlichen Lokalanästhesie bei den offenen Techniken wie Shouldice und Lichtenstein.
Trotz dieser allseits bekannten Tatsache, ist die Durchführung offener Leistenbruchoperationstechniken in Lokalanästhesie, vor allem in Österreich, nicht an der Tagesordnung. Eine österreichweite Evaluation ergab nur 6%. Hauptgründe dafür könnten die etwas aufwendigere Technik der Lokalanästhesie, sowie die für manchen Operateur "bequeme" Allgemeinnarkose im gedrängten Operationsprogramm sein.
Dieser Videofilm soll anhand einer Operation nach Shouldice und nach Lichtenstein die Technik der Lokalanästhesie näher bringen. Lokalanästhetikum: 1% Lidocain (Xylocain) ca. 40 bis 50 ml.
Technik:
1. Intradermale Injektion: Zirka 5 ml mit einer Subcutannadel entlang der geplanten Inzisionslinie auf intradermalem Niveau - Quaddelung der Haut - durch langsame Injektion einbringen.
2. Subcutane Infiltration: 5 ml parallel zur Hautoberfläche in das Subcutangewebe im Bereich der Inzisionslinie unter simultanem Vorschieben der Nadel injizieren.
3. Tiefe subcutane Injektion: 10 ml senkrecht zur Hautoberfläche in einem Abstand von 2 cm tief in das subcutane Fettgewebe unter Vorschieben der Nadel injizieren.
4. Subaponeurose Injektion: Nach erfolgter Haut- und Subcutisinzision, Injektion von insgesamt 8-10 ml am lateralen Pol der Inzision beginnend mit einzelnen Depots direkt unter die Aponeurose des Musculus obliquus externus mit dadurch bedingter Anästhesie aller drei Hauptnerven.
5. Infiltration des Musculus obliquus internus, des inneren Leistenringes und der Bruchsackbasis : Nach Inzision der Externusaponeurose, Setzen von multiplen, kleinen Depots im Bereich des Musculus obliquus internus, Infiltration des inneren Leistenringes, der Bruchsackbasis.
Optional: selektives perineurales infiltrieren des Ramus genitalis des Nervus genitofemoralis.ROSEN, H. - Wien
S.N.S. - Sakrale Nervenstimulation bei fäkaler Inkontinenz
Die elektrische Stimulation der sakralen Nerven (SNS) hat sich in der Vergangenheit bereits als erfolgreiche Therapiemöglichkeit verschiedener Formen der Harninkontinenz etabliert.
Im Rahmen dieses Eingriffes zeigte sich auch als "Nebenwirkung" bei manchen Patienten eine positive Beeinflussung einer eventuell gleichzeitig bestehenden Stuhlinkontinenz, sodass in jüngster Zeit dieses Verfahren nun auch bei Patienten mit fäkaler Inkontinenz zur Anwendung gebracht wurde.
Der große Vorteil dieser Methode besteht in der Möglichkeit einer Testphase (akute Nervenstimulation), wobei mit geringem Aufwand und geringer Invasivität das funktionelle Ansprechen auf die Stimulation überprüft werden kann.
Zeigt der Patient in dieser Beobachtungsphase eine Verbesserung der Inkontinenz, so kann im Rahmen eines zweiten Eingriffes die Implantation des gesamten Stimulationssystems (Stimulationselektroden und Stimulationsgenerator, Firma Medtronic, Minneapolis, USA) angeschlossen werden.
Seit 1998 wurden auf diese Weise 41 Patienten entweder wegen idiopathischer (n: 16), neurologischer (n: 22) oder Inkontinenz nach Rektumoperation (n: 3) behandelt.
Eine erfolgreiche Verbesserung bzw. komplette Heilung der Inkontinenz war bei ca.70 % aller Patienten möglich, wobei sich als Hauptkomplikationen Dislokation der Elektroden (n: 4) bzw. Infektionen in der Anfangsphase der Erfahrung mit dieser Methode (n: 3) zeigten.
Zusammenfassend läßt sich die SNS als neues erfolgversprechendes Verfahren für Patienten mit ausgeprägter Stuhlinkontinenz empfehlen.CHIRURGIE II