Vorsitz: GRÜNBERGER, W., SEVELDA, P.
SWOBODA, M., PRESTEL, A., NAGL, F. - Ried/Innkreis
Die sacrospinale Fixation
In 10 Jahren vom 1.1.1992 bis zum 31. 12. 2001 wurden an unserer Abteilung 179 Patientinnen einer Vaginaefixatio sacrospinalis nach Amreich/Richter unterzogen.
85 Patientinnen litten unter einem subtotalen Prolaps vaginae et uteri, 40 unter einem totalen Prolaps und ebenfalls bei 40 Patientinnen wurde ein Scheidenblindsackvorfall nach Hysterektomie behoben. Eine klinische Inkontinenz lag bei 78 Patientinnen vor (43,58 %), davon 62 Patientinnen mit Streßinkontinenz, 8 mit Urge-Inkontinenz und 8 mit einer Mischform. Das mittlere Alter bei der Operation betrug 62,3 Jahre (Alter von: 33 - 80 Jahre), das mittlere Körpergewicht 68,46 kg. In 178 Fällen wurde der postoperative Verlauf abschließend bei der Entlassungsuntersuchung als komplikationslos beschrieben, nur in einem Fall wurde ein verzögerter Heilungsverlauf angegeben. 30 Frauen hatten bei der Entlassung einen Hämoglobinwert von unter 11 g% (16,76 %), mindestens ein Erythrozytenkonzentrat wurde 3 Patientinnen postoperativ verabreicht (1,68 %). Als häufigste Komplikation wurde ein postoperativer Harnwegsinfekt bei 33 Frauen (18,44 %) beschrieben. 6 Frauen (3,35 %) litten schon beim Klinikeintritt an einem Harnwegsinfekt und wurden präoperativ antibiotisch behandelt. Die Aufenthaltsdauer postoperativ an unserer Abteilung betrug im Mittel 9,3 Tage.
Das Video zeigt unser aktuelles Vorgehen mit überwiegend stumpfer Medianisierung des Rektums meist nach medianer Kolpotomie und scharfes Durchtrennen des rechten Rektumpfeilers, stumpfes Dissezieren des Beckenbindegewebes und Darstellen des M. coccygeus und des rechten Lig. sacrospinale unter Einstellung mit 2 langen Breisky-Spekula. Das Ligamentum sacrospinale wird mit zwei atraumatischen PDS-Fäden in ausreichender Distanz zur Spina und damit der Vasa pudenda durchstochen. Es wird darauf geachtet, die Fäden korrekt als medial und lateral zu kennzeichnen und ein Überkreuzen des Fadenverlaufes bei jedem einzelnen Faden zu vermeiden, um eine enge Adaptierung des Scheidenfornix an das Ligament beim Knüpfen sicherzustellen. Die Breisky-Spekula werden langsam unter Blutstillung mittels bipolarer Koagulation zurückgezogen. Bei exakter Blutstillung erachten wir eine Drainage als verzichtbar. Wir durchstechen die Vaginalhaut medial und lateral der bei der Palpation und Prüfung der Möglichkeit des Heranbringens der Scheide an das Ligament zu Beginn der Operation gesetzten Markierungsnähte. Nach den Levatornähten und Verschluss der hinteren Kolpotomie mit Polysorb-Einzelknopfnähten erfolgt das Knüpfen der PDS-Fäden als letzter Schritt im Operationsverlauf. Eine routinemässige Tamponade der Vagina mit einem Tamponadestreifen (dieser wird am 1. postoperativen Tag gekürzt und am 2. postoperativen Tag entfernt) sowie das Legen eines Dauerkatheters oder gegebenenfalls eines suprapubischen Cystofix-Katheters beendet den Eingriff.
Wir glauben, dass die sacrospinale Fixation nach Amreich/Richter in der hier vorgestellten Weise ein sehr effizientes Vorgehen ist, um bei subtotalem oder totalem Prolaps vaginae et uteri oder Scheidenblindsackvorfall nach Hysterektomie eine anatomisch annähernd korrekte Postionierung des Scheidenfornix und eine wirksame Rezidivprophylaxe zu erhalten. Dabei verlängert die sacrospinale Fixation den operativen Eingriff für einen in der Technik geübten Operateur lediglich um 15 bis 20 Minuten.
Wie wir auch zeigen konnten, sind perioperative Komplikationen selten. Auch bei Verwendung eines nur sehr langsam resorbierbaren monofilen Nahtmaterials wie PDS mit Durchstechen der Scheide und Knüpfen der Fäden in der Vagina stellen übermäßiger Fluor oder andere in diesem Zusammenhang stehende postoperative Beschwerden, die ein Entfernen der Fäden im Rahmen der postoperativen Routinekontrollen nötig machen würden, eine absolute Rarität dar.ABENDSTEIN, B., PÜMPEL, R. - Hall/Tirol
Das posteriore IVS zur Behandlung des hinteren Kompartement
Der Film zeigt eine neue Operationsmethode zur Korrektur von Recto- Enterozelen, Deszensus uteri oder Scheidenblindsackvorfällen basierend auf der Integraltheorie von PE Petros.
Methode: Nach einer queren Inzision oberhalb der Enterozele oder im hinteren Scheidenfornix werden die Enterozele und die Reste der Sacrouterinligamente dargestellt. Ein Polypropylene-Band wird, beginnend gluteal nahe am Os coccygis, durch die Fossa ischio-rectalis bis an die versenkte Enterozele geführt und auf der anderen Seite ebenso wieder herausgeleitet. Nach Fixierung des Bandes mit tief durchgreifenden Nähten an die Sacro-uterinligamente wird eine modifizierte hintere Kolporrhaphie mit Vereinigung der endopelvinen Faszie durchgeführt. Die durch das Band ausgelöste narbige Reaktion ersetzt und verstärkt wieder die Sacro-uterinligamente und führt zu einer anhaltenden, achsengerechten Reposition der Scheide.
Ergebnisse: Seit Oktober 2001 wurden 12 Patientinnen (4 Deszensus uteri, 3 Scheidenblindsackvorfälle, 5 Enterozelen) nach dieser Methode operiert und nachkontrolliert. Es kam zu keinen größeren Komplikationen. Die mittlere Operationszeit lag bei 63 Minuten. Die postoperativen Schmerzen waren gering, die Entlassung erfolgte am 5. postoperativen Tag. Die Nachkontrollen zeigten bei allen Patientinnen normal weite und lange Scheiden bei subjektiver Zufriedenheit.
Schlussfolgerung: Diese neue Operationsmethode für Senkungszustände der hinteren Vaginalwand führt zu einer anatomisch korrekten Reposition der Scheide, kann organerhaltend durchgeführt werden und ist wenig invasiv.HOHLAGSCHWANDTNER, M., JOURA, E.A.., HUSSLEIN, P. - Wien
Sectio caesarea an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien
Allgemeines: Die Sectio findet in Spinalanästhesie im Beisein des Vaters statt. Es wird keine Diathermie verwendet, nach dem Abnabeln wird Oxytocin und eine antibiotische single-shot Prophylaxe verabreicht.
Technik: Hautschnitt unter der Schamhaargrenze, weitgehend stumpfes, schichtweises Eröffnen der Bauchdecke (Pfannenstiel), quere transisthmische Uterotomie 1 cm oberhalb der Blasenumschlagsfalte ohne vorhergehende Abpräparation der Harnblase; spontane Plazentalösung, einreihiger Verschluß der Uterotomie mittels Fortlaufnaht (Vicryl 1, CTX plus), kein Verschluß des viszeralen und parietalen Peritoneums, keine Adaptierung der Rektusmuskulatur, fortlaufender Verschluß der Faszie (Vicryl 1, CT-1), Subkutannähte nur bei adipösen Frauen, intrakutane Hautnaht (Monocryl 3/0).
Postoperative Betreuung: Anlegen und orale Flüssigkeitszufuhr unmittelbar postoperativ, feste Nahrung wird nach 6 Stunden angeboten, Mobilisation nach 8 Stunden, Thromboseprophylaxe (Fragmin).
Zusammenfassung: Die beschriebene Technik der Sectio caesarea führt zu einer raschen Kindesentwicklung und einer Verkürzung der Operationszeit, zu geringerem Blutverlust und reduziertem Analgetikabedarf. Die postoperative Darmfunktion ist verbessert und die Hospitalisierung verkürzt.GOECKENJAN, M., HEILMANN, J., UNKELS, J., UNKELS, R., VETTER, K. - Berlin
Schulterdystokie - ein Lehrvideo
Die Schulterdystokie ist ein sehr seltener geburtshilflicher Notfall mit einer Inzidenz von etwa 0,5%. Mit Hilfe moderner Medien, insbesondere Videodemonstrationen und Computersimulationen können die Geburtsmechanik und Maßnahmen zur Überwindung der Schulterdystokie detailliert und genau dargestellt werden. Gerade durch die bewegte Darstellung der zugrunde liegenden Mechanismen der Schulterdystokie und die Verdeutlichung der Maßnahmen kann der seltene Fall einer Schulterdystokie, bzw das Vorgehen bei einer Schulterdystokie demonstriert werden und dadurch für zukünftige Notfalle präsenter bleiben, als bei reiner Darstellung durch Wort und Bild. Gängige Manöver werden beschrieben und die Mechanismen zur Überwindung der Schulterdystokie, wie z.B. das Manöver nach McRoberts, die Walchersche Hängelage oder die Manöver nach Rubin und Woods.
Zusammenfassend wird das in unserer Klinik praktizierte Vorgehen vorgestellt. Dieses Video war deshalb so interessant, weil die rückläufigen Geburtszahlen diese seltene Komplikation, besonders die jüngeren Kollegen, oft nicht an die einfachsten Maßnahmen zur Überwindung der Schulterdystokie denken lassen ...GYNÄKOLOGIE I