Vorsitz: THONKE, N., DIRNBERGER,E.
OBERTHALER, W. - Innsbruck
Erste Erfahrungen und Frühergebnisse mit IDET - Die elektrothermale Behandlung der Bandscheibe
Die elektrothermale Behandlung der Bandscheibe wurde nach dreijähriger klinischer Erprobung und Einführung durch J.Saal im Herbst 2000 in Europa begonnen. Die Methode ist durch eine relativ enge Indikationsstellung gekennzeichnet und deckt nur ein spezielles Kontingent von Low-back-Pain-Patienten ab: Lumbaler Rückenschmerz ohne radikuläre Symptome, der auf konservative Behandlung über mindestens 6 Monate nicht anspricht. Es dürfen noch keine stärkeren degenerativen Veränderungen im Bewegungssegment vorhanden sein.
Zur Indikationsstellung dient die Anamnese, Klinik, Nativ-Röntgen im Stehen und Funktion sowie ein MRT der LWS. Der Eingriff kann ambulant und stationär unter Bildwandlerkontrolle in örtlicher Betäubung ausgeführt werden. Der Patient liegt in Bauch- oder 45 Grad-Schräglage. Eine Discographie sollte bereits vorher erfolgen um die Sicht nicht zu beeinträchtigen. Die spezielle Punktionsnadel wird nach LA der Haut und Stichincision in die Bandscheibe platziert und der IDET-Katheter entlang des Anulus fibrosus rund um die Bandscheibe geschoben. Die im Röntgen sichtbare erwärmbare Zone der Sonde kommt genau unter die Läsion zu liegen. Dann werden computergesteuert eine Temperatur von 65 - 90 Grad langsam steigernd in 17 Minuten appliziert. Dadurch kommt es zu chemischen und physikalischen Reaktionen, u.a. Schrumpfungen des Anulus durch Verklumpung des Kollagengewebes, Verstärkung der Struktur und Betäubung der feinen Nervenfasern. Nach entfernen der Sonde kann der Patient aufstehen. Er erhält eine halbelastische Bandage für 3 Wochen und ein genaues Nachbehandlungsschema inklusiver Physiotherapie. Die Nachuntersuchung erfolgt nach 3, 6 und 12 Wochen. Dann ist der Heilungsprozess im Allgemeinen beendet.
Von Oktober 2000 bis Feber 2002 wurden 54 Patienten behandelt, an 6 Patienten 2 Etagen - also 60 Segmente von L 3 bis S 1. Es handelte sich um 36 Frauen und 18 Männer im Alter zwischen 25 und 70 Jahren. Alle wurden 2 - 3 Tage stationär behandelt. Die Nachuntersuchungen liegen zwischen 1 und 16 Monaten. Es zeigte sich, dass jüngere Patienten deutlich besser auf die Behandlung ansprechen, als ältere Patienten.THONKE, N. - Regensburg
Die dorsale Sakrum Distanz-OsteosyntheseZielsetzung: Entwicklung einer wenig invasiven sofort belastungsstabilen Osteosynthese des hinteren Beckenringes bei instabiler Sakrumfraktur.
Kurzfassung: Ein Drei-Punkt-Fixateur-interne ermöglicht eine belastungsstabile Osteosynthese bei Sakrumfrakturen.
Instabile Beckenringverletzungen AO Typ C mit Sakrumfrakturen werden gegenwärtig nur in 50 % operativ stabilisiert (Beckengruppe DGU). Nur in 12 % wurde dabei der instabile Kreuzbeinbruch angegangen. Kein Osteosyntheseverfahren hat sich bei der transsakralen Instabilität breit durchgesetzt.
In Anlehnung an eine vorbeschriebene Fixateur-interne Konstruktion (Käch & Josten) haben wir die Dorsale Sakrum Distanzosteosynthese (DSDO) entwickelt.
Mit winkelstabil verankerten Implantaten schließt sie den hinteren Beckenring durch quere Verbindung zwischen beiden hinteren Beckenkämmen und stützt über eine Pedikelschraube nach cranial ab. Dadurch ergibt sich eine dreidimensional stabile Repositions- und Retentionsmöglichkeit mit Option zur Nervendekompression und ergänzenden Plattenosteosynthese.
Zwischen 1/96 und 12/00 wurden bei 159 operierten Beckenfrakturen 31 instabile Sakrumbrüche mit DSDO versorgt. In allen Fällen konnte damit eine Sofortmobilisation und bei den bisher nachuntersuchten Patienten (n=20) allesamt eine knöcherne Ausheilung erreicht werden. Hauptkomplikationen ergaben sich durch Wundheilungsstörungen infolge der häufig unfallbegleitenden Decollement (Morel-Lavalle) Läsion, die konsequent angegangen werden müssen.
Schlußfolgerung: Winkelstabile Schrauben wenig invasiv in beiden hinteren Beckenkämmen platziert durch einen Querstab verbunden und einen Längsausleger nach cranial im Pedikel L4 abgestützt ermöglichen eine sofort belastungsstabile Osteosynthese instabiler Sakrumfrakturen.DIRNBERGER, E. - Innsbruck
Stosswellentherapie bei Überlastungssyndromen
Die extracorporale Stoßwellentheorie hat sich in den letzten Jahren bei der Behandlung von Fersenspornen und Epicondylitiden gute Erfolge gezeigt. Im Vortrag wird ein Überblick über Grundlagen und Anwendung bei Überlastungssyndromen gegeben.