Medizinische Informatik in Wien
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Alleine im deutschsprachigen Raum findet sich eine große Anzahl an wissenschaftlichen Hochschulen, die sich mit dem Gebiet der Medizinischen Informatik und der Gesundheitswissenschaften auseinandersetzen wie z.B. die Universität Heidelberg, die Universität Leipzig, aber auch die Technische Universität Wien, die Universität Wien und nun auch die im Jänner 2004 neu gegründete Medizinische Universität Wien. Der Artikel in der vorangegangenen Ausgabe Nr. 61 der Foto-Medico über die Private Universität für Medizinische Informatik und Technik Tirol (kurz UMIT) erweckt allerdings den Eindruck, dass nur diese Universität österreichweit und sogar europaweit in dem Fachbereich tätig sei. Diesen Eindruck werde ich anhand der Vorstellung eines Institutes der nun neu gegründeten Medizinischen Universität Wien, das schon seit Jahrzehnten auf diesem Fachgebiet forscht und lehrt, richtig stellen.
Das Institut für Medizinische Computer-wissenschaften (kurz IMC) hat sich bereits seit dem Beginn des Einzugs der EDV in die Medizin in den späten 60er Jahren dem Gebiet der Medizinischen Informatik am Wiener AKH pionierhaft gewidmet. Im Jahre 1966 als Computerstation der II. Medizinischen Klinik am Wiener AKH ins Leben gerufen und in im Jahre 1977 als eigenständiges Institut gegründet, war es österreichweit und wahrscheinlich auch europaweit die erste Institution, die in diesem Fachbereich sowohl geforscht, gelehrt und klinisch relevante Anwendungen entwickelt hat. Das IMC gliedert sich heute in die Fachabteilungen der Biomedizinischen Computersimulation und Bioinformatik, der Klinischen Biometrie, der Medizinischen Bildverarbeitung und Mustererkennung, der Medizinischen Experten und Wissensbasierten Systeme und der Medizinischen Informations- und Auswertesysteme. Dies sind auch die Fachbereiche, mit denen sich das IMC traditionell forschend und lehrend beschäftigt. In den letzten Jahren ist ergänzend das Gebiet der Telemedizin hinzugekommen, das von allen Abteilungen des Institutes fachlich bearbeitet wird. Bis zur Neugründung der Medizinischen Universität Wien im Jänner 2004 hat das IMC auch das wissenschaftliche Rechenzentrum des Wiener AKH beheimatet. Seit den 80er Jahren wurde im Rahmen des Informatikstudiums an der Technischen Universität Wien und der Universität Wien das Fachgebiet Medizinische Informatik von dem Institut interuniversitär intensiv als Spezialausbildung betreut, wobei es über viele Jahre als eigener Wahlplan eingerichtet war und einer der höchsten Absolventenzahlen aller Wahlpläne der Informatik aufweisen konnte. Auch im Rahmen des Medizinstudiums an der Medizinischen Fakultät werden Lehrveranstaltungen angeboten, die angehende Mediziner im Rahmen des Medizinstudiums Grundlagen auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik vermitteln. Seit Inkrafttreten des neuen Studienplanes für Informatik an der Technischen Universität Wien und der Universität Wien mit Beginn des Wintersemester 2001/2002 wird von der Technischen Universität, der Universität und seit heuer auch von der Medizinischen Universität das 6 semestrige Bakkalaureat- und das darauf aufbauende 4 semestrige Magisterstudium für Medizinische Informatik in Wien angeboten. Im Rahmen des Bakkalaureat- und des Magisterstudiums wird neben der Vermittelung der computerunterstützten Verarbeitung medizinischer Daten, der Simulations-technik in der Medizin oder dem Einsatz bildgebender Verfahren in der Medizin (z.B. Computertomographie) auch auf die Lehre der Grundlagen der Medizin wie Anatomie und medizinische Methodik Wert gelegt. Um eine optimale Qualität der Ausbildung zu garantieren, werden die Studenten einerseits von Fachleuten der Informatik bzw. Spezialisten auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik und andererseits von Fachleuten auf dem Gebiet der Medizin unterrichtet. Nach Abschluss des Magisterstudiums ist auch die Promotion auf diesem Gebiet möglich.
Die UMIT ist somit weder die einzige noch die erste Universität in Österreich oder Europa, die sich mit diesem Fachbereich beschäftigt oder die Ausbildung zum Bachelor oder Magister der Medizinischen Informatik anbietet.
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