Univ. Prof. Dr. Paul Haber, Abt. Sport- und Leistungsmedizin, Klinik für Innere Medizin IV, Medizinische Universität Wien
Regelmäßiges Training vermindert das Karzinomrisiko für: 1. Mamma, 2. Weibliche reproduktive Organe, 3. Kolon, 4. Lunge, 5. Prostata, 6. Hoden. Training, das kürzer als 1 Jahr andauert wirkt noch nicht. Training, das länger als 5 Jahre zurückliegt wirkt nicht mehr.
Ein scheinbare Zusammenhang besteht durch Genetische Veranlagung: 1. Vitalität und Aktivität bedeuten durch indirekte Korrelation, 2. Geringes Risiko für Brustkrebs.
Risikofaktoren: 1. Adipositas, 2. Hormonelle Faktoren, 3. Immunfunktion, 4. Stressverarbeitung.
Risikofaktor Adipositas: 1.Fettgewebe ist endokrin aktiv, 2. Adipositas vermindert Sexhormon-Bindungsprotein - erhöht freies Hormon, 3. Adipositas verändert den Östradiolmetabolismus: Weniger (günstige) 2 Hydroxyprodunkte und mehr (ungünstige) 16-Hydroxyprodunkte.
Risikofaktor Adipositas: 1. Fördert die Insulinresistenz und den Hyperinsulinismus, 2. Fördert die Hypertriglyzeridämie. Adipositas ist ein Hauptrisikofaktor !
Risikofaktor Insulinresistenz:
1. Insulinresistenz bewirkt erhöhte Insulinspiegel (Hyperinsulinismus) 2. Insulin ist ein anabol wirkendes Hormon und fördert als Promotor die Carcinogenese.Risikofaktor: kumulative Lebensöstrogendosis:
1. Allgemeine Förderung des Wachstums der reproduktiven Organe, 2. Östradiol hemmt die Aktivität von NK, 3. Frühe Menarche, späte Menopause, Nullipara: Erhöhung der Gesamtzahl der ovulatorischen Zyklen des ganzen Lebens.Risikofaktor Hypertriglyzeridämie:
1. Erhöhte Triglyzeridspiegel im Blut verdrängen kompetitiv Östrogene aus der Bindung an das Sexhormon-Bindungsprotein, 2. Dadurch wird der freie Östrogenspiegel erhöht und 3. nimmt die kumulative Östrogendosis zu.Risikofaktor Stress: (Stress supprimiert die Funktion des Immunsystems.)
A. Zellulär: 1. Natural Killer Cells, 2. Lymphozyten, 3. Makrophagen, 4. Neutrophile.
B. Humoral: 1. Akutphasenproteine, 2. Interleukine, 3. Interferone, 4. TNF.
Trainingsmangel und eine immer gleiche Belastung, z.B. Treppensteigen. Bei normaler Leistungsfähigkeit ist die Herzfrequenz 105/min, RR 140 mmHg, bei verminderter LF ist die HF 120/min, RR 155 mmHg und GRÖSSERER STRESS.Fettabbau mit Alltagsbewegung und Training:
1. Energiedefizit Alltagsbewegung: 500 kcal, 2.Energiedefizit: 800 kcal 3. Alltagsbewegung + Training: 1.300 kcal/Wo 4. 9500 / 1.300 = 7 Wochen für 1 kg Depotfett, "Ohne Änderung der Ernährung"Verminderter Körperfettanteil:
1. Weniger Menstruationszyklen (spätere Menarche, weniger ovulatorische Zyklen), 2. Mehr SHBP, weniger freies Östrogen, 3. Mehr 16-Hydroxyprodukte, 4. Weniger 2-Hydroxyprodukte, "Geringere kumulative Lebensöstrogendosis" 1. Reduzierte Triglyzeride, 2. Reduzierte Insulinresistenz und Hyperinsulinismus.Training:
1. Hat eine direkte Wirkung auf die Insulin-Resistenz und den Hyperinsulinismus, 2. Hat eine direkte Wirkung auf den Östradiol Stoffwechsel, 3. Hat eine direkte Wirkung auf den Triglyzeridspiegel, 4. Stimmuliert das Immunsystem, 5. Verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit.Training reduziert Stress:
1. Normale LF (Ausl. 30%, HF 105/min, RR 140 mmHg), 2. Verminderte LF, grö§erer Stress (Ausl. 50%, HF 120/min, RR 155mmHg), 3. Grö§ere LF, Geringerer Stress (Ausl. 25%, HF 100/min, RR 130mmHg)Training nach Diagnose, OP und/oder Chemoterapie:
1. Die gleichen Effekte für die Rezidivprophylaxe, 2. Verhinderung der Adipositas, 3. Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, 4. Zunahme der Muskelmasse, 5. Reduktion der Zahl der Tage mit starker Müdigkeit . "Verbesserung der Lebensqualität !"Training nach Diagnose, OP und/oder Chemotherapie: Dg.: Mamma Ca,
1. Körperlich inaktive Frauen, 2. Frauen mit 3 - 4 Stunden Training/Wo 3. 50% Reduktion des Mortalitätsrisikos bei den trainierenden Frauen
(Lit.: Holmes, M. D., W. Y. Chen, et al. (2005). "Physical activity and survival after breast cancer diagnosis." JAMA 293: 2479-2486.)Kann man Training empfehlen ? JA !
1. An 3 Tagen der Woche 50 - 60 min moderates Ausdauertraining (Joggen, Rad, Schwimmen, Aerobic), 2. Bewegung im Alltag, 3. Muskeltraining.