Kongress der ÖGPO 06 - 5.-7.Mai 2006

Gibt es eine Krebs-Prävention

Workshop A - Reflexionen zum Lehrgang in Psychoonkologie der ÖGPO
Dr. Hans Peter Bilek
(FA f. Psychiatrie/Neurologie, Psychotherapeut, Lehrtherapeut der ÖÄK und des IGW, Präsident der ÖGPO, Wien)

Die Teilnahme am Lehrgang in Psychoonkologie erwies sich in der Vergangenheit für die Teilnehmerinnen oftmals als einschneidende Erfahrung, sowohl in Bezug auf die eigentherapeutische Tätigkeit als auch für die persönliche Lebensführung. Psychosomatische Sichtweisen sind grundsätzlich "bidirektional", d.h. sie haben nicht nur Bedeutung für die Patientinnen, sondern haben auch für die TherapeutInnen Gültigkeit. Sehr viele psychosomatische Sichtweisen enthalten auch einen salutogenetischen Gedanken. Wir wollen gemeinsam nachforschen, inwieweit, Ihrer persönlichen Einschätzung nach, die Umsetzung der Seminarinhalte auch präventiv gewirkt hat. In diesem Workshop haben Sie die Möglichkeit zu resümieren, in welcher Weise das Training nachwirkt und wie Sie die gemachten Erfahrungen bzw. Erkenntnisse umsetzen konnten.
Für InteressentInnen ist dieser Workshop eine gute Gelegenheit, Informationen über den Lehrgang in Psychoonkologie zu erhalten.

Workshop B - Sexualität und Onkologie
Dr. Christine Centurioni
(Psychotherapeutin, Supervisorin und Erwachsenenbildnerin in Freier Praxis, Schwerpunkte: Psychoonkologie und Sexualtherapie, Leitende Psychoonkologin am Krankenhaus St. Vinzens in Zams/Tiroi)

Kommunikation ist störanfällig. Die intimste Form der Kommunikation - die sexuelle Begegnung zählt einerseits zu den schönsten Erfahrungen des Mensch-Seins, andererseits zeichnet sie sich auch durch eine sehr hohe Fragilität und Vulnerabilität aus. Eine Erkrankung, die das Körperbild verändert und verletzt, weil sie primäre oder sekundäre Organe der Sexualität betrifft, kann Sexualität, sexuelle Erlebnisfähigkeit und sexuelle Begegnung dramatisch beeinflussen.
Inhalte des Workshops:
Krebs und Sexualität = Stigma und Tabu, Überblick über die häufigsten sexuellen Störungen, Beeinträchtigungen nach medizinischen Behandlungen (Operation, Chemo- und Strahlentherapie), Möglichkeiten der Linderung dieser Beeinträchtigungen, Gesundheit und Sexualität.

Workshop C - Medizinische Trainingstherapie - Schutz vor und Therapie bei Krebs
Dr. Valentin Leibetseder (FA f. Medizinische Leistungsphysiologie, Prakt. Arzt, Sportarzt, Oberarzt an der Med. Universität Wien, Leiter der Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung an der Sportklinik Döbling)

Es werden die Prinzipien des Trainings der zwei trainierbaren motorischen Grundeigenschaften, Ausdauer und Kraft, gezeigt. Dabei werden die Grundlagen und die für alle Menschen, und damit auch Patienten, gültigen Gesetzmäßigkeiten eines wirksamen Trainings bzw. eines langfristig steigernden Aufbaus behandelt. Zunächst wird eine Statuserhebung als Fundament einer Trainingsprogrammerstellung besprochen bzw. auch praktisch durchgeführt (Kraft). Im Anschluss wird ein Trainingsaufbau (individuelle Adaptierung von Bewegungsart, Häufigkeit, Dauer der Einzelbelastung etc.) sowohl bezüglich eines Ausdauer- als auch Krafttrainings erläutert. Schließlich werden konkrete Übungen vor allem für ein Krafttraining praktisch durchgeführt. Dabei wird gezeigt, dass ein Krafttraining wohl am besten mit Geräten, aber auch sehr sinnvoll mit ganz einfachen Mitteln realisierbar ist. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Integration von Trainingseinheiten in den Alltag gerichtet.

Workshop D - Hypnotherapeutische Ansätze in der Psychoonkologie
Dr. Hansjörg Ebell (FA f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Lehrtherapeut f. Hypnose und Autogenes Training an der Bayrischen Landesärztekammer, München)

Durch Hypnose und Selbsthypnose ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, Menschen mit einer Krebserkrankung Unterstützung anzubieten. Hypnose Erfahrungen können Leiden und Schmerzen lindern und auf unterschiedliche Art und Weise den Umgang mit der Erkrankung bzw. deren Symptomen (inkl. der Therapiemaßnahmen), d.h. persönliche Coping Fähigkeiten (Selbstkompetenz) fördern und optimieren. Dadurch kann ein wesentlicher Beitrag zu einem objektiv angemessenen und subjektiv zufriedenstellenden Gesamt-Therapiekonzept geleistet werden. Voraussetzung ist einerseits zwar die professionelle Verwendung von "Techniken", vor allem aber eine aufmerksame Zuwendung zum Patienten auf einer zwischenmenschlichen Beziehungsebene erschließt andererseits diesen Zugang zu einem im Laufe der menschlichen Evolution erworbenen psychophysiologischen Regenerationspotential. Entsprechend dem Erfahrungshintergrund der Seminarteilnehmer wird bei dieser Einführung auf ärztliche, pflegerische und psychotherapeutische Aspekte so praxisnah wie möglich eingegangen. Das Einbringen eigener Erfahrungen und ein intensiver klinisch bezogener Austausch ist erwünscht.

Workshop E - Freitag von 9.30-12.30 und 13.30-16.30 (max. 20 TN)
Ich Iach' mich gesund - Lachen als Therapie und Prävention

Das Leben ist im Allgemeinen eine sehr ernsthafte Angelegenheit. Spätestens bei körperlichen und seelischen Leiden hört sich der Spaß auf. Humor aber stärkt das menschliche Immunsystern und fördert Heilungsprozesse. Lachen ist demnach gleichermaßen geeignet zur Prophylaxe und Therapie. Nicht nur im Umgang mit schwerkranken Patienten spielt Humor mitunter eine bedeutende Rolle, auch für die eigene Psychohygiene ist er ein wichtiger Faktor zur Stressbewältigung. Humor hilft im Umgang mit schwierigen Situationen. Im Workshop beschäftigen wir uns mit den psychischen und physischen Auswirkungen von Lachen, entdecken und fördern den Humor in uns und suchen nach möglichen Ansätzen von Humor im Berufsalltag.

Workshop F - Freitag von 9.30-12.30 und 13.30-16.30 (max. 20 TN)
Emotionale Kompetenz im Umgang mit PatientInnen und im Tearn

"Jedem Menschen recht getan - ist eine Kunst die niemand kann"...
... eine Tatsache, die leider auch Mitarbeiter in der Betreuung onkologischer PatientInnen immer wieder am eigenen Leibe erfahren. Im Workshop werden einige einfach anzuwendende Tools vermittelt, mit denen Sie in kurzer Zeit ein Vertrauensverhältnis zum Patienten aufbauen und das Arbeitsklima innerhalb des Teams wesentlich verbessern können. MBC (Mind & Body Coping) ist eine Überarbeitung und Modifikation klassischer Verhaltenswerkzeuge anhand der neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie der kognitiven und emotionalen Prozesse. Wir alle wissen, dass alle wohlgemeinten Verhaltensratschläge und einstudierten Reaktionsweisen nur so lange funktionieren, solange man "emotional cool" bleibt. Indem MBC den bewussten und unbewussten Einfluss starker Emotionen (Stress, Angst, Aggression) auf das Verhalten berücksichtigt, macht es emotionale Souveränität und Kompetenz möglich.

Workshop G - Freitag von 9.30-12.30 und 13.30-16.30 (max. 20 TN)
Burnout-Prävention

Wir Menschen, die wir in Sozialberufen arbeiten, sind meist außerordentlich gut geschult, die Bedürfnisse und Nöte aller anderen, wahrzunehmen und darauf sofort zu reagieren. Uns selbst spüren wir nicht (mehr) gut weder körperlich, noch seelisch-geistig.
Daraus resultiert häufig, die eigenen Grenzen zu verletzen, Ressourcen nicht mehr erkennen zu können, den Humor zu verlieren, die eigene Mitte, Intuition, innere Stimme nicht mehr zu fühlen und noch vieles mehr. Dieser Tag soll Ideen und Anregungen geben, sich selbst (wieder) ins Zentrum zu setzen, denn nur, was ich für mich, in mir zur Verfügung habe, kann ich auch geben.

Workshop H - Freitag von 9.30-12.30 und 13.30-16.30 (max. 20 TN)
Die psychosomatische Kombinationstherapie (PSKT) ini Hildegardzentrurn des Klosters Gut Aich

Im Hildegardzentrum des Klosters Gut Aich (Ambulatorium für Physiotherapie und Psychotherapie) wurde 1998 eine Kurztherapie von Pater Dr. Johannes Pausch und seinen MitarbeiterInnen entwickelt, die sich auch bei der Nachbehandlung von CA-PatientInnen bewährt hat. Im Workshop wird diese Behandlungsmethode mit ihren Möglichkeiten und Grenzen vorgestellt und anhand von Fallbeispielen erläutert. Diese Therapieform berücksichtigt durch physiotherapeutische und manuelle Behandlung den somatischen Bereich, vor allem Selbstwahrnehmung und Bewegung. Die parallel laufende psychotherapeutische Behandlung zielt auf die Bearbeitung von psychischen Traumata. Beide Behandlungen werden aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft.

Fortsetzung im nächsten Heft FOTO-MEDICO 71